Thal-Torino (Italien)

  • Posted on: 1 June 2017
  • By: lenel

Die ganze Nacht hat es gewittert. Der Himmel ist bedeckt, es ist nicht mehr so heiss wie gestern. Ich schliesse das Haus und fahre auf der Autobahn Richtung Chur. Bereits in Au fahre ich in eine Regenwand. Ich fahre zwar beim Zoll von der Autobahn ab und ziehe das Regenzeug an, doch bis ich es anhabe, bin ich bereits völlig durchnässt. In heftigstem Gewitterregen fahre ich weiter. Bis ich in Sargans ankomme, bin ich völlig durchnässt. Dort hört der Regen auf, doch der Himmel bleibt bedeckt. In Thusis tanke ich das erste Mal auf. Je weiter ich Richtung San Bernardino komme, desto besser wird das Wetter, doch es bleibt kühl. Auf der anderen Seite des Tunnels ist schönes Wetter. Das Regenzeug trockne ich auf einem Parkplatz bei Mesocco, direkt vor der Burg. Auf der Autobahn fahre ich Richtung Lugano, biege dann aber bei der Abzweigung zum Malcantone ab und fahre via Agno und Ponte Tresa Richtung Varese. In Ponte Tresa esse ich zu Mittag. Die Weiterfahrt wird langsam, denn in Italien darf ich ja nur auf den kleinsten Nebenstrasse fahren, alles andere ist für 125er Motorräder verboten. Ich fahre durch Varese hindurch und Richtung Arona. Kurz vor Arona finde ich das „Museo Gottard Park“, ein privates Verkehrsmuseum. Es hat hier eine unglaublich breite Auswahl von Fahrzeugen, über Panzer, Flugzeugen, Feuerwehrautos bis zu Hunderten von „Motorinos“ und vielen Traktoren. Auch ein paar Dampfmaschinen und Lokomobile hat es. Die meisten Fahrzeuge sind, weil sie draussen der Witterung ausgesetzt sind, in einem erbärmlichen Zustand. In ein paar Hallen hat es besser erhaltene Exponate, vorwiegend Motorräder und Autos. Eini paar Kommunalmaschinen, sogar eine Schneefräse von Rolba, und Dampflokomotiven sind auch vorhanden. Hinter den Hallen steht noch eine alte Antonov. Um halb vier Uhr muss ich weiterfahren, wenn ich Turin noch heute abend erreichen will. Ich fahre dummerweise bis nach Arona hinein, bis ich merke, dass ich die Abzweigung nach Novara längst passiert habe. So muss ich einige Kilometer zurückfahren. Die Gegend ist sehr dicht bevölkert. Dazwischen hat es Reisfelder, die teilweise noch geflutet sind. Mit einem Traktor mit ganz dünnen Rädern wird der Reis gespritzt – wohl keine Bio-Qualität. Es braut sich ein Gewitter zusammen. Die SP11 wird plötzlich zur Schnellstrasse, wo natürlich Scooter verboten wären, doch ich mag nicht warten, bis mich das Gewitter eingeholt hat und fahre darum trotzdem weiter. Noch einmal muss ich nachtanken, dann lasse ich mich vom Navi in zu meinem Hostel, dem Attic Hostel, leiten. Ich bin sehr erstaunt, als ich es an sehr zentraler Lage finde, ein sehr schönes, komfortables Hostel. Nach dem Einchecken gehe ich kurz im Supermarkt einkaufen und laufe dann in die Stadt. Das Gewitter ist nämlich an Turin vorbeigezogen, es hat nur ein paar Spritzer Regen abgekriegt. So laufe ich zur Piazza San Carlo, Piazza Reale und zur Porta Palatina, die noch aus römischer Zeit stammt. Auf dem Rückweg esse ich ein Stück Pizza.