Porto Vecchio (Korsika)

  • Posted on: 4 June 2017
  • By: lenel

04.06.2017 Porto Vecchio (Korsika)
Der Steward weckt mich um fünf Uhr. Ich esse noch etwas übriggebliebene Wurst und Brot zum Frühstück und bin dann rechtzeitig auf Deck 3A, doch das Schiff hat etwas Verspätung, weshalb ich im stickigen Vorraum mit hunderten anderen Passagieren warten muss, bis die Türen geöffnet werden. Ein Lieferwagen hat sich zentimeternahe an meinen Scooter parkiert. Ich quetsche mit daran vorbei und belade den Scooter. Einmal mehr bin ich unter den ersten, die von Bord fahren. Mit dem Navi fahre ich nach Lecci zu Residence Luna. Dort komme ich um sieben Uhr früh an. Das nützt mir wenig, denn die Reception ist noch geschlossen. Ein junger Mann, der vor der geschlossenen Reception sitzt, ist voll begeistert von meinem Scooter. Er lebe grösstenteils in Thailand und habe dort auch so einen. Um ein Uhr solle ich wiederkommen. Mein Gepäck kann ich aber unterstellen. Erleichtert von der schweren Kleidung – die Hosen musste ich allerdings mangels Umkleidemöglichkeit anbehalten – fahre ich nach Porto Vecchio hinein. Die Altstadt ist winzig klein, wie ein Bergdorf in der Schweiz. Heute ist ein Sonntagsmarkt und der Zentralplatz ist mit Marktständen, hauptsächlich für einheimische Lebensmittel vollgestellt. Die Preise sind enorm hoch, mindestens gleich hoch wie in der Schweiz. Ich nehme einen Kaffee, erkunde die Gassen der Altstadt und gehe bei der Touristeninformation vorbei, wo sie mir ehrlich aber nicht besonders geschäftstüchtig antworten, dass es in Porto Vecchio wenig zu sehen gäbe. Ich fahre dann um die Bucht von Porto Vecchio herum nach Palombaggia. Der Strand ist wirklich sehr malerisch – leider sind die Badehosen in meinem Gepäck in Lecci. Die Sonne brennt unerbittlich herunter. Einen weiteren schönen Strand finde mich in Acciaghju. Ein Frau mit ihren drei Kindern kommt mir entgegen – alle drei, sogar der Säugling, haben schlimmen Sonnenbrand. Die werden in der Nacht noch ein wenig leiden müssen. Ueber Bocca dell'Oro fahre ich zurück nach Porto Vecchio, wo ich im „Casino“ Supermarkt ein Sandwich, Wasser und Milch kaufe. Das Sandwich verzehre ich vor der Kirche in der Altstadt von Porto Vecchio. Dann ist es Zeit und ich fahre zurück nach Lecci. Doch weit gefehlt: Die Reception macht erst um vier Uhr wieder auf. So fahre ich ins Dorf Lecci (die Residence Luna ist ein paar Kilometer vom Dorf entfernt). Dort besuche ich einen weiteren Sonntagsmarkt mit weitgehend identischen Produkten wie in Porto Vecchio und gleichen Preisen – ein Kilo Wurst kostet EUR 42.00. Dann fahre ich weiter nach Sainte Lucie de Porto-Vecchio, wo ich nach Tagliu Rosso abbiege. Ich fahre die Sandstrasse immer weiter, bis ich bei den „3 Piscines“ ankomme, drei natürliche Felsenpools, die der Fluss aus den Felsen gegraben hat. Die Menschen tummeln sich drin und baden, obwohl das Wasser ziemlich kalt ist. Ich laufe weiter hinten ins Tal, setze mich unter einen Baum in den Schatten, döse und lese ein wenig. Um vier Uhr bin ich zurück in der Residence Luna, wo ich nun einchecken kann. Da ich fürs Abendessen nichts habe, muss ich noch einmal nach Lecci fahren, wo ich bei einem Stand, der trotz Sonntagabend offen hat, Taboulé und Käse kaufen kann.