11.06.2018 Angers-Limoges

  • Posted on: 11 June 2018
  • By: lenel

Der Himmel ist mit grauen Regenwolken bedeckt, als ich sehr früh am Morgen in Angers abfahre. Eigenartigerweise funktioniert mein Navi plötzlich wieder, so dass ich darauf gestützt die Stadt sehr effizient verlassen kann. In Murs-Erigné mache ich noch den Tank randvoll. Die ersten Regentropfen fallen. Bevor ich die Tankstelle verlasse, ziehe ich das Regenzeug an. Gerade noch rechtzeitig, denn ein wahrhaftiger Wolkenbruch kommt herunter. Immer wieder muss ich unterstehen, wo immer ein Vordach ist, unter dem mein Scooter Platz hat, denn der Regen ist bisweilen so stark, dass ich keinerlei Sicht mehr habe. Bald bin ich trotz Regenzeug völlig durchnässt. Vermutlich bei Les Alleuds wird dann der Regen so stark, dass ich mich bei einer Farm unter ein Vordach flüchte. Ich treffe den jungen Bauern, mit Namen Antoine, der mich zur Kaffee einlädt. Wir plaudern rund eine halbe Stunde, bis der Regen etwas nachlässt. Beim Weggehen packt mich noch der Hund am Regenkombi, es gibt jedoch kein Loch. Ich fahre im strömenden Regen weiter und fülle in La Motte Bourbon noch einmal nach. Eigentlich wollte ich in Poitiers einen mehrstündigen Aufenthalt machen. Doch als ich völlig durchnässt dort ankomme und der Regen immer noch heftig fällt, kaufe ich im Supermarkt eine Kleinigkeit zu Essen, tanke auf und fahre weiter. Jetzt will ich nur noch aus den nassen Kleidern raus. Bereits um 15:30 komme ich in Limoges an. Der Schlüssel ist für mich hinterlegt worden, ich finde mein Appartment problemlos. Es erstaunt mich, dass ich eine grosse Wohnung nahe dem Bahnhof ganz alleine für mich zur Verfügung habe. So kann ich meine triefend nassen Sachen auseinandernehmen und zum Trocknen aufhängen. Ueberall ist Wasser hineingekommen, die wasserdichten Abdeckungen haben gar nichts gebracht. Ich ziehe mich um und gehe kurz einkaufen. Dann laufe ich am protzigen, Spätjugendstilbahnhof Limoges Benedictins Station (1929) vorbei in die Stadt. Bei der Touristeninformation hole ich einen Stadtplan. Ich komme zum Jugendstil-Pavillon du Verdurier an der Place St. Pierre, danach laufe ich zur Eglise St. Michel des Lions, wo St. Martial begraben sein soll. Kreuz und quer laufe ich durch die nicht sehr grosse Altstadt. An einer Hausfassade prangt La Fresque Cobaty, eine moderne Kreation. Auf der ziemlich dreckigen Place Saint Aurelien sitzen die Jungen vor den Cafés und diskutieren. Ich besuche die Chapelle Saint Aurelien, deren Altar schön beleuchtet ist. Von hier geht die historische Rue de la Boucherie ab. Ein Haus ist kürzlich ausgebrannt und hat die Nachbarliegenschaften durch Rauchschäden mit zerstört. Die Strasse ist deswegen für Autos gesperrt. Schliesslich besuche ich noch die innen gewaltige, fünfschiffige Eglise Saint Joseph. Es findet in einem Seitenflügel gerade ein Gottesdienst statt. Der Pfarrer ist aus Afrika. In einer Seitenkapelle steht ein Schrank voller Reliquien. Das es schon bald acht Uhr abends ist, kehre ich in meine Wohnung zurück.