13.06.2018 Limoges-Vichy

  • Posted on: 13 June 2018
  • By: lenel

Der Himmel ist einmal mehr mit dunklen Regenwolken bedeckt. Es ist empfindlich kalt geworden. Um neun Uhr fahre ich los. Mein erster Stopp ist in Bourganeuf. Ich will das Musée de l'electrification de Bourganeuf besuchen, aber das Museum hat nur an drei Nachmittagen die Woche offen, und es ist ja noch Morgen. So fahre ich ins Zentrum des Städtchens hinein. Es ist gerade Markttag. An den Ständen werden hochwertige, aber auch teure Lebensmittel verkauft. Im Stadtzentrum steht eine mittelalterliche Baugruppe bestehend aus Kirche, drei Wehrtürmen und weiteren Gebäuden. Der grösste Turm heisst Tour Zizim. Ausgangs Dorf finde ich sogar eine Tankstelle, wo ich etwas nachtanken kann. Mein nächster Halt ist in Pontarion. Das eindrückliche Schloss ist in Privatbesitz, man kann es nicht besichtigen. Kurz vor Chenerelles folge ich den Schildern zum Chateau und gelange zu den tours de défense du XVeme siecle in Villemonteix. Auch hier ist das Schloss in Privatbesitz. Es gibt zwar ein Büro für Besichtigungen, dieses ist aber unbesetzt. Noch einmal tanke ich nach. Ich fahre los und folge der Strasse. Erst nach sieben Kilometern merke ich, dass ich völlig in die falsche Richtung komme. So muss ich alles zurückfahren und in Chenerelles eine andere Abzweigung nehmen. In Chambon-sur-Vouaize fällt wiederum ein mächtiger, mittelalterlicher Komplex aus einer Kirche, Wehrtürmen und Häusern auf. Bei der Kirche handelt es sich um die Eglise Sainte-Valérie, ganz offensichtlich romanisch, aber nachträglich leicht gotisiert. So fehlt der Kirche die Eleganz beider Baustile und sie sieht innen etwas eigenartig aus. In Evaux-les-Bains halte ich bei der Abbatiale Saint-Pierre et Saint-Paul. Auch hier handelt es sich um eine romanische Kirche, die aber ein paar gotische Elemente aufweist. Das Dach macht einen ganz neuen Eindruck. Beim Dorfausgang sehe ich eine farbige Wandmalerei, die Reklame für das Dorf machen soll. In Marcillat-en-Combraille finde ich nochmals eine Tankstelle. Das war viel leichter als gedacht, sonst findet man nie Tankstellen und auf dieser Strecke fand ich alle 50km eine. In Vichy gibt mein Navy, das wirklich nur noch nach dem Zufallsprinzip funktioniert, wieder einmal den Geist auf. So ziehe ich die Handschuhe aus, setze die normale Brille auf und überprüfe alle paar 100 Meter meine Position. Leider haben zwei Polizisten gesehen, dass ich keine Handschuhe anhabe und nehmen mich raus. Sie kontrollieren meine Papiere und ermahnen mich, lassen mich aber ohne die sonst fällige 68-Euro-Busse ziehen. Sogar den Weg zu meiner Unterkunft erklären sie mir noch. Mangels Navi komme ich dann aber von der falschen Seite zur Unterkunft und muss den Scooter die letzten Meter auf dem Trottoir schieben, da es eine Einbahnstrasse ist. Ich werde sehr nett empfangen und kriege ein wunderschönes, blitzsauberes Zimmer. So ziehe ich mich um laufe zur Touristeninformation. Dort erhalte ich eine Karte und Informationen zu den Sehenswürdigkeiten. Auch wo der Supermarkt ist, wird mir erklärt. Durch den Parc des Sources gelange ich zur Hall des Sources (1903), wo sich die Chomel und Grand Grille Quellen befinden. Wenn man einen Becher hätte, könnte man auch vom Wasser trinken. Dann laufe ich durch die Ladenstrasse des Grand Etablissement Thermal. Bevor die Läden schliessen gehe ich zu Monoprix und kaufe mir etwas zum Abendessen, sowie die berühmten Pillen von Vichy als Mitbringsel. Danach besuche ich die Eglise Saint-Louis (1865), wo Votivtafeln die Wände schmücken. Gegenüber liegt die Jugendstil-Passage Giboin. An der Place Victor Hugo fällt ein Jugendstil-Musikkiosk auf. Auf dem Square General Leclerc steht das riesige Monument aux Morts, umrahmt von französischen Fahnen. Vor dem Casino Theater ist der Parc des Sources abgezäunt, denn es wird irgend ein Festplatz aufgebaut. Ich besuche noch den Parc Napoleon III, am Fluss Alliers. Dann kehre ich in meine Unterkunft zurück, um das frisch genesene Fussgelenk nicht allzu sehr auf die Probe zu stellen.