29.06.2018 Saint-Guilhem-le-Desert-Les Salelles (Saint-Maurice-d’Ibie)

  • Posted on: 29 June 2018
  • By: lenel

Ich fahre früh in Saint-Guilhem-le-Desert ab. Meine Zimmerkollegen, teils Jakobspilger, teils Arbeiter, sind trotzdem schon alle weg. In Aniane mache ich noch den Tank voll. Ich muss wieder über den Col du Vent zurück nach Vaquieres, wo ich Richtung Cirque de Navacelles abbiege. In Saint Maurice-Navacelles biege ich aber vorerst Richtung Madieres ab, denn ich möchte die Gorges de la Vis besuchen. Die Gorges sind wirklich atemberaubend, wie ein Grand Canyon von Frankreich, ein steiles Tal in den Fels geschnitten, allerdings durchaus begrünt, was hie und da die Sicht nach unten verstellt. In Madieres kehre ich wieder um, fahre zurück nach Saint Maurice-Navacelles und weiter zum Belvédère de la Baume Auriol. Das Belvedere ist zwar geschlossen, aber ich klettere über die niedrige Mauer und habe eine schöne Sicht auf den Cirque de Navacelles. Eigentlich ist er eine runde Vertiefung, in der Mitte ein kleiner Hügel, daran gebaut ein Dörfchen. Nun führt mich die Strasse nach Navacelles hinunter. Von unten sieht alles völlig unspektakulär aus. Auf der anderen Seite fahre ich nach Blandas herauf, benutze aber nicht den offiziellen Aussichtspunkt, sondern halte an verschiedenen Stellen der Strasse, wo ich eine wunderbare Aussicht auf den Cirque de Navacelles habe. In Ganges kann ich glücklicherweise nochmals auftanken und mache einen Grosseinkauf von Lebensmitteln. Tankstellen sind ja rar und viele sind gar nicht mehr in Betrieb. Unterdessen habe ich herausgefunden, wie ich an den automatischen Tankstellen tanken kann. Mit der Debitkarte geht’s. In Montardier komme ich an einem (geschlossenen) Chateau vorbei. Ich gelange nach Saint-Laurent-le-Minier, wo sich die Vis-Fälle befinden (Cascade de la Vis). Neben der Strassenbrücke gibt es eine Kanalbrücke, welche Wasser zu den Gärten des Schlosses führt. In Tornac fallen mir die Reben auf, die wie im Kosovo völlig frei wachsen, wie Büsche. Glücklicherweise hat die Touristeninformation in Anduze noch offen, so dass ich mir eine Karte der Region holen kann, denn das Navi findet den Weg zur Corniche des Cevennes nicht. Im Parc des Cordeliers in Anduze esse ich mein mitgebrachtes Mittagessen, Brot und Paté de Campagne. Das ist ganz billig, schmeckt aber gut. Bei der Weiterfahrt fallen mir die Bambuspflanzungen am Ufer des Flusses Le Gardon auf. Ueber Mialet – die Strecke ist besonders schön – erreiche ich St. Jean-du-Gard. Hier beginnt die Corniche des Cevennes. Wenn die Strecke nicht von so starkem Wald gesäumt wäre, hätte man eine schöne Aussicht auf die Cevennen. Diese zeigt sich nur ganz vereinzelt, wenn die Bäume nicht so dicht stehen. In Le Pompidou muss ich umdrehen, schliesslich läuft mir die Zeit davon. Ich fahre zurück nach Anduze, tanke, biege nach Ales ab. In Ales gerate ich in einen gigantischen Feierabendstau, der sich auf die gesamte Umfahrung der Stadt erstreckt, obwohl erst 15 Uhr ist. Ueber Saint-Ambroix und Saint-Paul-le-Jeune gelange ich nach Vallon-Pont-d’Arc. Dort tanke ich nochmals auf und muss mich mühsam mit Hilfe des Navis durch die Gassen kämpfen, bis ich die Strasse nach Saint-Maurice-d’Ibie erreiche. Die Ibie liegt stellenweise trocken und erscheint weiter unten wieder. Viel früher als erwartet treffe ich bei meiner Unterkunft, der Auberge Les Salelles in Les Salleles bei Saint-Maurice-d’Ibie an. Dort erkunde ich das Dorf – es hat eine Rue des Arceaux, wo man tatsächlich dreimal unter einem Haus durchkommt und einen grossen Brotbackofen, der noch in Betrieb zu sein scheint. Danach wandere ich noch auf ein Koppie und unten an die Ibie, wo ich mein mitgebrachtes Nachtessen verzehre. Irgendein grosses Fest scheint heute im Dorf zu Gange zu sein.