16.07.2021 Baceno-Pavia

Ganz früh stehe ich auf. Ich kriege einen guten Kaffee, esse meine Haferflocken und fahre ab. In einem China-Laden kann ich Gummibänder kaufen, mit denen ich das Navi auf der Halterung sichern kann. Dieses will mich einmal mehr ständig auf die Autobahn lotsen, aber ich bleibe hart und erreiche auch auf der Landstrasse Orta San Giulio. Dort parkiere ich das Motorrad und laufe in das historische Städtchen. Zentral ist die Piazza Ing. Mario Motta, mit einer auf Arkaden gestellten Kirche, unter dem durchlaufen kann. Von der geht die Via Albertoletti ab, die an der Chiesa Parrochiale di Santa Maria Assunta endet. Mit einem Boot erreiche ich die Isola San Giulio. Viel zu sehen gibt es auf der eng mit Häusern bebauten Insel nicht, da es nur eine einzige Gasse rundherum gibt. Immerhin kann man die Basilica San Giulio besichtigen, wobei die Krypta leider geschlossen ist. Mit einer weiteren Fähre gelange ich wieder zurück nach Orta San Giulio, wo ich zur Chiesa Santa Maria Assunta laufe. Drinnen hat es einen reich mit Silberund Gold geschmückten Altar, wobei ich nicht sicher bin, ob das nicht nur angemaltes Holz ist. Ich laufe zum Sacro Monte, wo 20 Kapellen das Leben des heiligen Franziskus mit lebensgrossen Holzfiguren zeigt. Ganz oben steht noch die Kirche St. Nikolaus und St. Franziskus. Nun muss ich mich beeilen, wenn ich um 15 Uhr im Hostel in Pavia sein möchte. Eine Zeitlang lotst mich das Navi auf malerischen Nebenstrassen. Dann, beim Flughafen Malpensa, will es mich auf die Autobahn schicken. Weil in Italien die Autobahnen gleichzeitig als Landstrassen nummeriert sind, werden sie nicht als Autobahnen erkannt. Das ist so mühsam. So muss ich mich einmal mehr mit manueller Navigation von Stadt zu Stadt in dieser äusserst dich besiedelten Gegend durchschlagen. Das Hostel ruft an und fragt, wo ich bleibe. Ich kann nur antworten, dass ich mich um eine Stunde verspäte, weil man durch die Städte so langsam vorwärtskommt. Immerhin, ab Abbategrasso findet das Navi wieder die Landstrassen. Punkt vier Uhr treffe ich im Ostello Pavia ein und beziehe mein Zimmer. Mit im Zimmer sind ein Belgier und ein völlig verrückter Italiener, der weder ganz Italienisch noch ganz Spanisch spricht, sondern eine Mischung von beiden, dafür pausenlos. Gerade sei er mit dem Velo im Kofferraum erwischt worden und habe eine Busse von EUR 285.00 gekriegt, weil das in Italien verboten sei. Ein heftiges Gewitter bricht über Pavia los. Als es vorbei ist, laufe ich zum Supermarkt, kaufe ein und esse das Eingekaufte im Hostel. Leider gibt es hier keine Schliessfächer, was wirklich ein grosses Problem ist, umso mehr, als ich kein Schloss habe, das an den kleinen Rucksack passt. Mit dem Belgier plaudere ich lange.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.