18.07.2021 Pavia-Parma

Ich möchte eigentlich noch ins Museo della Electricita gehen, doch das öffnet erst um 10 Uhr. Ich trödle noch etwas herum, doch um 9 Uhr überschlage ich noch einmal meine Reisezeit auf den kleinen Landstrassen nach Parma und komme zum Ergebnis, dass ich keine Zeit mehr zu verschenken habe und fahre los. Das Navi spinnt total, doch ich ignoriere dies. Bis hinter Pavia weiss ich eh wo durch. Schliesslich muss ich doch anhalten, den Kompass kalibrieren und wieder in den Auto-Modus schalten. Es war der Fussgänger-Modus. Einmal mehr versucht mich das Navi auf die Autobahn zu lotsen, doch ich bleibe auf der Landstrasse. Die Umfahrung von Piacenza ist somit recht tückenreich und zeitaufwendig. Um die Mittagszeit komme ich in Parma an. Ich halte bei der Pizzeria „Garage del Gusto“ in Basilicanova, wo ich eine riesige Pizza Parmigiana esse, natürlich mit Parmaschinken. Es war viel zu viel. In der Unterkunft „Villa Principi della Spina“ in Montechiarugolo werde ich sehr nett begrüsst und kriege sogar ohne Aufpreis ein Einzelzimmer. Ich lasse mein Gepäck dort und fahre sofort wieder los, ins Stadtzentrum. Dort parkiere ich den Scooter und laufe zum Monasterio di San Giovanni Evangelista, das man allerdings nicht besuchen kann. Auf der Piazza Duomo stehe ich vor dem riesigen Turm des Battistero und der Cattedrale S. Maria Assunta. Innen ist die im romanischen Stil erbaute und etwas nachgothisierte Kathedrale im Blauton reich ausgemalt. Ich laufe zur Piazza Garibaldi, wo ich im Tourist Office eine Karte und eine Liste der Sehenswürdigkeiten hole. Dann laufe ich zur Piazza della Steccata und weiter zum Monumento al Partigiano. Durch den Palazzo della Pilotto führt eine Durchgang zur anderen Seite, wo ich den Fluss Torrente Parma überquere und zum Parco Ducale gelange. Auf der rechten Seite sieht man den Palazzo Ducale. Ich laufe durch den Park durch bis zum grossen Teich, in dem sich unzählige Wasserschildkröten tummeln. Es sind moderne Kunstwerke im Teich angebracht worden, doch die Wasserschildkröten benutzen sie als Flosse, um in der Sonne zu liegen. Nun besuche ich die die Museen im Palazzo Pilotta, den „Complesso Monumentale Pilotta“. Erster Halt ist das Teatro Farnese, offenbar das erste Theater in Europa. Ganz aus Holz gebaut, gibt es eine Bühne und Sitze auf Tribünen, so dass man auch noch Reiterspektakel zeigen konnte. Von den Kunstewerken besonders erwähnenswert sind: Nicolo di Pietro Gerini, Dormitio Virginis (1370-80); Antonio Canova, Statue der Maria Luigia d’Asburgo (1810-14); Giuseppe Baldrighi, Rittratto di famiglia (ca. 1756); Piero Fornasetti, Tablett (20. Jhdt); Johann Anton Poch, Maria Luigia verteilt Preise an die Studenten (1821); Il Correggio, Madonna di san Gerolamo (1526-1528). Sehr eindrücklich ist die Biblioteca Palatina, die bis unter die Decke mit Büchern gefüllt ist. Sogar über den Türbögen hat es Bücher. Ichkehre zurück zur Piazza Duomo, wo ich einen Eintritt für das Battistero kaufe. Das turmartige Baptisterium „San Giovanni Battista“ datiert vom 12. Jahrhundert (1196-1216) und ist innen mehrfarbig ausgemalt. Der damalige Architekt, Benedetto Antelami hat auch die Figuren der zwölf Jahreszeiten, mit denen die Nischen ursprünglich geschmückt waren, angefertigt. Schliesslich besuche ich noch das Museo Diocesano, wo es allerdings ausser ein paar Fundamenten (das Gebäude ist über den Fundamenten von älteren Gebäuden gebaut worden) ein paar Statuen aus dem Mittelalter und frühchristlichen Mosaiken nicht sehr viel zu sehen ist. Da sich am Himmel bedrohliche Wolken zusammenziehen und ich die 12km vom Hostel im T-Shirt gefahren bin, fahre ich rasch wieder zurück. Doch es kommt kein Gewitter.

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