19.07.2021 Parma-Arezzo

Ich fahre schon um sieben Uhr früh in Parma ab. Auf dem Navi habe ich mir die lange Route ausgewählt, in der Hoffnung, dass es mich über weniger Autobahnen hetzen wird. Um 09:15 Uhr bin ich in Sant’Agata Bolognese und wenn ich schon da bin, will ich in der Lamborghini-Fabrik zumindest das Museum besuchen. Ich muss noch etwas warten, bis das Museum öffnet. Mit der TCS-Karte kriege ich einen kleinen Rabatt. Die Ausstellung ist nicht gross, doch es werden mehr oder weniger alle Modelle gezeigt, die je gemacht wurden, angefangen beim 350GT, über den Miura und den Countach bis zum modernen Sian mit Hybridantrieb. Am besten gefällt mir der gläserne Marzal. Ich fahre bis nach Massa Lombarda, wo ich im Supermarkt ziemlich viel fürs Mittagessen kaufe, sowie ein Paar leichte Schuhe, denn die schwarzen Regenschuhe sind viel zu heiss. Im Stadtpark esse ich das Mittagessen. Das Navi, das in Italien die Autobahnen nicht erkennt, lotst mich nun ständig auf die Autobahn. Ich ignoriere die Instruktionen und habe Glück, dass hier die Landstrasse immer noch existiert, so dass ich problemlos, aber langsam vorwärtskomme. In Borello geht mir aber das Benzin aus und weit und breit keine funktionstüchtige Tankstelle. Endlich finde ich eine verlotterte Tankstelle, die mit Noten funktioniert. Ich gebe eine 5-Euro-Note ein und fülle den Tank, den Rest in den Kanister und kann doch nicht alles nehmen. So verbleiben 2dl bei der Tankstelle. Zwischen Montecoronare und Valsavignone ist die Landstrasse aber wegen des schlechten Zustandes gesperrt. Ich entscheide mich, dass die Chance, deswegen eine Busse zu kriegen wesentlich kleiner ist, als die Chance, auf der Autobahn erwischt zu werden und fahre an der Absperrung vorbei. Es stellt sich heraus, dass die Strasse gar nicht so grottenschlecht ist. Es gibt halt abgestürzte Stellen, aber für meinen Scooter hat es alleweil noch Platz. In Anghiari muss ich anhalten, um mich an dem schönen Stadtbild zu erlaben. Das mittelalterliche Städtchen ist auf einen Bergvorsprung gebaut. Ueber den kleinen Pass Valico della Scheggia, geht es nach Arezzo. Ich tanke nach und finde meine Unterkunft problemlos. Das automatische Check-In geht mühelos. Ich esse und trinke noch kurz etwas, dann laufe ich in die nicht weit entfernte Altstadt. Durch die Porta San Lorentino gelange ich in die historischen Stadtkern, der immer noch von einer Stadtmauer umgeben ist. In der Porta steht ein Nachguss der etruskischen Chimera di Arezzo, ein Löwe, dem eine Ziege aus dem Rücken wächst. An der Chiesa Santa Maria in Gradi vorbei gelange ich zum Duomo. Hinter dem Duomo hat es einen kleinen Park mit einem Monumento a Francesco Petrarca, einem mittelalterlichen Dichter. Nun besuche ich die Piazza Grande, mit ihren wappengeschmückten, mittelalterlichen Häusern und Türmen. Ich kehre zurück zum Hostel, um das Tagebuch zu schreiben, das heute etwas mehr Zeit als sonst einnimmt.

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