06.08.2021 Mendicino-Salerno

Ich stehe früh auf, meine Wirtsleute sind rührend darum bemüht, mir ein richtig grosses Frühstück zuzubereiten. Es ist schönes Wetter, aber nicht heiss. Ich fahre von Cosenza nach Castrovillari. Bei Morano Calabro wird ein Strassenrennen vorbereitet. Ueberall stehen Transporter mit Rennwagen. Die Strecke ist bereits grösstenteils vorbereitet. Es wurden Strohballen und Autoreifen, beide farbig umwickelt, aufgestellt und vor den Kurven Abstandstafeln für 100m und 50m angebracht. Im Ziel halte ich kurz für ein „Zielfoto“. Von dort fahre ich über Rotonda und Lauria, durch den schönen Parco Nazionale del Pollino. Bei Lago Sirino (der See ist nicht grösser als ein Teich) halte ich kurz, bevor ich nach Lagonegro weiterfahre. Dort kaufe ich in einem Alimentari etwas zu Essen und esse es auf einer Parkbank im Dorfzentrum. Dann fahre ich weiter. Schliesslich muss ich heute 300km fahren. Ab hier ist alles überbaut, ein Dorf reiht sich an das nächste, es gibt keine freie Fläche mehr. Bei Auletta ist die SS19 ersatzlos gesperrt und ich muss 20km Umweg machen. Es hat einige Waldbrände und es kommen einem immer wieder Feuerwehrautos entgegen. Ueber Serre und Battipaglia (wo die Umfahrung gesperrt ist und ich durch die Innenstadt hindurch muss) erreiche ich um 16:30 Uhr Salerno, wo ich auf die Zimmerwirtin warte und das Zimmer beziehe. Mein Zimmer ist genau im Zentrum der Stadt. Sofort mache ich mich auf den Weg, die kurze Zeit noch für das Sightseeing zu nutzen: Piazza Vittorio Veneto, Piazza Giuseppe Mazzini, Justizpalast mit dem Denkmal für Giovanni Amendola davor, Lungomare, Chiesa di San Pietro de Grisonte, Via dei Canapari und die Cattedrale. Diese ist sehr alt, sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, wurde aber barock nachgearbeitet. Das eigentliche Highlight ist aber die Krypta, in den Abgang hat Erzbischof Caietanus Pollio noch eine pompöse Gruft für sich einbauen lassen. Die Krypta (Tomba di San Matteo) ist im 17. Jhdt. aus verschiedenfarbigem Marmor zusammengesetzt worden. Mit ihren unzähligen Säulen und den Deckengemälden, dem farbigen Marmor ist der Eindruck überwältigend. Angeblich sollen hier die Knochen des Evangelisten Matthäus liegen, die Geschichte, wie sie hierhergekommen seien, ist aber ziemlich haarsträubend. Ich komme noch an der Chiesa S. Pietro a Corte und an der Chiesa Greco-Cattolica Ucraina di San Apostolo Andrea (wo tatsächlich gerade ein Gottesdienst auf Ukrainisch stattfindet) vorbei, sowie am zerfallenden Palazzo Ruggi d’Aragona, bevor ich zu meinem Ziel, dem Giardino della Minerva gelange. Erst ein Video, der gar nicht zum Thema ist, eine kleine Ausstellung, die schon besser passt und dann der wunderbare, stufenweise am steilen Hang angelegte Garten mit einem für das Mittelalter ingeniösen Bewässerungssystem über Brunnen und Kanäle, in dem Heilkräuter angepflanzt werden. Alles ist minutiös angeschrieben. In einer Höhle wird das Wasser in einem Becken zwischengespeichert, bevor es zu den Bewässerungsanlagen plätschert. Hier merkt man wenig von der Hektik der übrigen Stadt. Als ich zurückkomme, ist meine Zimmerwirtin sehr besorgt, dass sie nichts Passendes zum morgigen Frühstück im Hause hat.

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