11.08.2021 Rom-Siena

Jetzt sehe ich, weshalb der Scooter verschoben worden ist: Die Stadt hat ausgerechnet dort, wo ich den Scooter parkiert hatte, einen neuen Abflussschacht installiert. Bin aber froh, dass dem Scooter nichts Schlimmeres passiert ist. Alle Speichen scheinen noch zu halten. Ich fahre auf Nebenstrassen Richtung Siena. Weil ich gegen den Arbeitsverkehr fahre, muss ich nirgends lange im Stau warten. Ich komme an Castelnovo di Porto vorbei und am Lago di Bolsena, wo ich im Dörfchen Marta kurz an das Seeufer fahre. Acquapendente scheint auch ein schönes Dorf zu sein, doch die Zeit reicht nicht, um es auch noch zu besuchen. Bei Poggio Covili halte ich kurz, es hat so viele Autos da, doch ich finde nicht heraus, was die jetzt da sehen, ausser einem abgemähten Feld. Meine Mittagspause mache ich in San Quirico d’Orcia. Im Supermarkt kaufe ich mir etwas zum Essen, fahre zur Altstadt, setze mich in eine Nische der Stadtmauer, wo es schön schattig und kühl ist, und esse das Mitgebrachte, das diesmal besonders gut ist – lokaler Salami und noch etwas Bresaolo. Danach laufe ich noch durch die recht kleine Ortschaft, die von Touristen überschwemmt ist. In den Horti Leonini findet eine Ausstellung mit Kunstwerken „Reflexes“ von Helidon Xhixha statt, das sind polierte Chromstahlsäulen mit Dellen drin, wohl extrem schwierig herzustellen. In Siena will mich das Navi durch die Porta Romana lotsen, doch ich merke gerade noch rechtzeitig, dass hier eine ZTL (Zona Traffico Limitato) ist, da darf ich nicht durch, sonst kommt die Busse per Post. Nur Einheimische dürfen in die ZTL einfahren. So fahre ich um die Altstadt herum und erreiche auch so meine Unterkunft B&B Le Lupe, die wieder einmal ganz toll ist. Ich checke ein, parkiere den Scooter (in der Hoffnung, dass in der Nacht nicht auch hier noch ein neuer Abflussschacht eingebaut wird) und laufe gleich wieder los: vorbei an der Piazza Salimbeni und der Piazza Tolomei zum Hauptplatz „Il Campo“, der vom Palazzo Pubblico mit seinem hohen Turm dominiert wird. Die Schlange der Anstehenden ist lang, ich versuche gar nicht erst hineinzukommen. Ich gelange zur Piazza Duomo, wo ich einen Eintritt für den Dom löse. Der Dom fasziniert immer wieder mit seiner Bauweise aus schwarzem und weissem Marmor. Er sieht einfach prächtig aus, von innen und von aussen. Oben beim Uebergang zur Decke sind die Marmorköpfe der Päpste als Ornamente angebracht, jeder mit Namen. Besonders eindrücklich ist die Libreria Piccolomini, deren Eingang schon von einem prächtigen Fresko geschmückt ist. Innen sind die Wände und Decken mit farbenprächtigen, hervorragenden Fresken ausgestattet. Da gehen die ausgestellten Missale in dieser Pracht unter. Ich laufe zur Porta Fontebranda, wo ich den Brunnen Fontebranda besichtige. Mütter sind mit ihren Kindern zum Planschen und Fussbaden da. Im Brunnen schwimmen Goldfische. Dann muss ich wieder steil hinauf zur Basilica Cateriniana di S. Domenico. Innen wirkt sie wie eine Turnhalle, ziemlich leer. Es fehlen nur die Turngeräte. Ein paar Gräber von hochgestellten Persönlichkeiten verraten, dass die Kirche durchaus mal wichtig war. Von hier aus geht es zur Fortezza Medicea. Die Festung ist gut erhalten, in der Mitte hat es ein halbrundes Amphitheater, wo gegenwärtig Freilichtkino gezeigt wird. Nach einem frugalen Nachtessen – ich musste für die Brötchen des Mittagessens und Znüni etwas kompensieren – laufe ich nochmals zum „Il Campo“. In der Kühle ist der Platz jetzt voll mit Erwachsenen und Kindern, die spielen. Der Palazzo Pubblico ist hell beleuchtet.

Acquapendente, Italy
Il Campo, Siena, Italy

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