24.07.2020 Porto-Vila Nova de Foz da Coa

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  • By: lenel

Heute fuhr ich früh ab. So gab es noch wenig Verkehr im sonst notorisch verstopften Porto. In Vilar de Andorinho stoppte ich beim Arcos do Sardão Aquaedukt (1720), für einen reichen Gutsherrn gebaut. Ich sehe Fischerboote im Gegenlicht auf dem Douro. Die erste Staustufe erreiche ich beim Barragem de Crestuma-Lever. Es gibt jeweils keine Schleusen. Als ich darüber auf die andere Seite fahre, stoppt ein Harley-Fahrer und will unbedingt ein Bild von mir und meiner Honda machen. Ich kehre aber auf die linke Flussseite zurück. Das Navigieren ist einfach, ich folge einfach immer dem Fluss. Vereinzelt gibt es Aussichtsstellen, „Miradouros“, wo man einen besonders guten Blick auf den Fluss haben soll. Ich komme durch Labercos, Pedorido, Fornos. Einmal mehr folge ich den Schildern „Rota Românico“. Ich gelange durch Tarouquela. Die Sonne brennt herunter, es ist allerbestes Reisewetter. Nun sehe ich in der Ferne bereits eine weitere Staustufe, die Barragem Carrapatelo bei Santiago de Piães. Das Navi, das ich zwischendurch durchaus noch nutze, führt mich erst auf eine Kopfsteinpflasterstrasse, dann über eine ultrasteile Strasse (gemäss Warnschild 30%, mutmasslich aber teilweise noch etwas mehr) herunter zum Fluss. Da müssen die Bremsen halten und es darf einfach nichts passieren. Beim Barragem Carrapatelo halte ich kurz. Dann überquere ich ihn. Es geht weiter nach Ribadouro. Einem Schild „Ponte de Esmoriz“ folge ich und gelange über eine uralte Steinstrasse zu einer kleinen Steinbrücke, die wohl mindestens 500 Jahre alt sein dürfte. In Eiriz halte ich und esse in einer Bar – es gibt einmal mehr gesottenes Fleisch, kaum gewürzt. Frisch gestärkt geht es weiter nach Santa Cruz do Douro, São Tomé de Covelas, São Pedro. Die Rebberge werden immer ordentlicher, in schönen Reihen und teilweise rundum geschnitten, andere Reben dürfen verwildern. Eine grosse Brücke bei Castelo de Arnoia führt über den Rio Teixeira, der in den Douro fliesst. Danach folgt ein weiterer Viadukt über den Douro. Ich bleibe jedoch auf meiner Flussseite, die jetzt die rechte ist. Ich komme durch Vila Jusã, Mesão Frio, Caldas de Moledo und gelange in die grössere Stadt Peso da Regua. Drei Brücken führen hier über den Douro: Eine Fussgängerbrücke (ehemalige Strassen- oder Bahnbrücke), eine Strassenbrücke und eine Autobahnbrücke. Ich fahre über die Mittlere und bin nun wieder auf der linken Seite des Douro. Kurz danach gelange ich zu einer weiteren Staustufe, dem Barragem da Regua. Es geht weiter nach Folgosa. Bei den Cais da Foz da Tavora in Tabuaço mache ich einen Fotohalt. Dahinter gibt es eine alte Brücke über einen Nebenarm des Douro, von wo aus die Kinder in den Fluss springen. Ein Trupp englischer Expeditionsfahrzeuge macht ebenfalls halt. Es ist wirklich heiss. Ich muss sogar Sonnencreme einstreichen, was ich sonst nie mache. Bei Valença do Douro macht eine Hinweistafel auf die Cima Corgo auf der anderen Flussseite aufmerksam. Es sind äusserst gepflegte Weinberge, mit Orangenhainen dazwischen, alles am steilen Ufer des Douro. In Casais do Douro gibt es riesige Rebberge, die ganz offensichtlich mechanisiert gepflegt werden. Dazwischen immer wieder Grosskeltereien, deren rostfreie Stahltanks von weitem sichtbar sind. Lustig sind die Buswartehäuschen, die auch Steinen gebaut wurden und wie die albanischen Bunker aussehen. Bei Pereiros fotografiere ich eines. In der Nähe von Vila Nova de Foz Coa hat es aber auch wieder ziemlich wilde Rebberge, wo die Trauben ungehindert in alle Richtungen wachsen dürfen. Als ich nach Vila Nova de Foz Coa hineinfahre, hat es in einem Kreisverkehr den Schriftzug „Vila Nova de Foz Coa“. Ich mache ein Foto. Die Jugendherberge finde ich gut. Es hätte wohl bessere und billigere Unterkünfte gegeben. Die Jugendherberge wurde 2011 eröffnet und wirkt wie seit Jahrzehnten am Verlottern. Gäste gibt es ausser mir nur eine portugiesische Familie, die spätabends mit dem Auto anreist. Die Gästeküche ist wegen Covid-19 geschlossen. Ich fahre rasch in die Stadt zurück, frage mich zum Intermarché durch (die Franzosen haben jetzt überall Supermärkte aufgestellt) und kaufe Gemüse und Joghurt für das Abendessen. Nature-Joghurt haben sie nicht! Auf dem Rückweg schaue ich noch kurz in die romanische Igreja Matriz hinein. Da kriegt man Muffensausen, denn sämtliche Säulen sind stark nach aussen gebogen, so dass man das Gefühl hat, das Dach müsse jederzeit einstürzen. Mein Abendessen esse ich auf dem Bänkli vor der Jugi. Es ist unerträglich heiss im Zimmer und das Fenster öffnen bringt auch keine Abhilfe. Immerhin gibt es keine Mücken. Bis ich mit einer Beschwerde, die ich notfallmässig machen muss und dem Tagebuch fertig bin, ist es Mitternacht.

Barragem de Crestuma-Lever, Foz do Souza, Portugal

River Douro, Pedorido, Portugal

River Douro, Pedorido, Portugal

River Douro, Fornos, Portugal

Ultra-steep road, Santiago de Piães, Portugal

My scooter at Barragem Carrapatelo, Portugal

River Douro, Ribadouro, Portugal

View on Rio Teixeira and Rio Douro, Castelo de Arnoia, Portugal

Bem-vindo a Baião, Castelo de Arnoia, Portugal

View on Rio Douro from Vila Jusã, Portugal

Bridges over Rio Douro in Peso da Regua, Portugal

Barragem da Regua in Peso da Regua, Portugal

Fisherboat, Rio Douro, Folgosa, Portugal

Vineyards, Casais do Douro, Portugal

Vineyards, Casais do Douro, Portugal

Adega Cooperativa do Vale da Teja C.R.L., Horta do Douro, Portugal

My scooter at the roundabout, Vineyards Vila Nova de Foz Coa, Portugal

Bent pillars at Igreja Matriz, Vila Nova de Foz Coa, Portugal