26.07.2020 Vila Nova de Foz Coa-Castelo Branco

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  • By: lenel

Ich warte noch auf das (spärliche) Frühstück (die Brötli kann ich ja eh nicht essen), dann fahre ich los. Ich bin froh, dieses unerträglich heisse Zimmer verlassen zu können. Ich hatte, obwohl das Zimmer ebenerdig ist, die Nacht über das Fenster weit aufgerissen, damit es nicht gar so heiss ist. Ueber eine Brücke fahre ich aufs andere Ufer des Coa und weiter nach Castelo Melhor. Die Leute sind gerade daran, zur Sonntagsmorgenpredigt zu gehen. Ich besteige das Castelo, von dem kaum mehr als die Umfassungsmauern übrig ist. Mein nächster Halt ist in Almeida. Diese Stadt wurde mit einer für das 18. Jahrhundert typischen Festungsanlage versehen (sie wurde trotzdem eingenommen). Die Festungsanlage ist aber grösstenteils gut erhalten. Von der Burg sind nur noch ein paar Fundamente übrig, sie explodierte im napoleonischen Krieg am 26.08.1810. Es gibt ein wunderbar gestaltetes Museum, hier sind nicht an die Wände geklebte Bücher ausgestellt, sondern ein paar wenige, prägnante Stücke und ein kurzes Video dazu. Man erhält sogar Gummihandschuhe zum Bedienen der Maus. Besonders aufgefallen sind mir die hervorragend erhaltenen englischen Waffen. Ein Stadtmodell zeigt die Festung im ursprünglichen Zustand. Jetzt geht es eine Zeitlang durch Spanien, der Grenze zu Portugal entlang. Riesige Felsblöcke sind im Boden eingelassen. Ich komme über den Puerto Viejo Pass und gelange in die Provinz Caceres. Bei Valverde ist die Strasse sehr kurvig und es gibt eine fantastische Aussicht. Bei der grossen Strassenkreuzung von Espeja kann ich billig nachtanken und endlich etwas essen. Wieder in Portugal, biege ich nach Monsanto ab. Es geht steil hinauf auf einen Berg, um dessen Spitze sich das Dorf ausbreitet. Ich besuche kurz die Igreja Matriz. Zur Burg hinauf muss ich laufen, doch es lohnt sich, hier ist eine riesige Burganlage, die von den Tempelrittern erbaut wurde. Von ihr ist nicht mehr viel übrig. Sie wurde in den diversen Grenzkriegen mit Spanien geschleift. Jetzt muss ich mich beeilen, damit ich noch zu einer anständigen Zeit nach Castelo Branco komme. Aus unerfindlichen Gründen lässt mich das Navi aber noch einen 30km langen Umweg machen. Es wertet wohl die Hauptstrasse als Autobahn. Sonst ist es immer umgekehrt. Mit dem letzten Tropfen Benzin komme ich nach Santa Maria de Corroies, wo ich auftanken kann. Auch zum Hotel lässt mich das Navi nochmals einen 5km Umweg fahren. Schliesslich gelange ich doch noch zum Hotel Telhadense, einer üblen, aber billigen Absteige, wo ich immerhin ein Einzelzimmer mit Bad kriege. Ich checke ein, laufe in die Stadt, frage mich zum Supermarkt durch, kaufe ein, gehe zurück ins Zimmer und versuche, den üblichen Schrott (Joghurt und Gemüse) hinunterzuwürgen, was mir heute fast nicht gelingt. Lieber hätte ich alles weggeworfen. Ich fahre zum Castelo, von dem auch nicht mehr viel übrig ist, eine Umfassungsmauer, eine Kapelle, Ruinen eines Turmes. Dann fahre ich zum Park, der so langsam vom daneben liegenden Industriequartiert aufgefressen wird. Schön war er eh nie. Es ist drückend heiss, doch der Himmel ist mit Wolken bedeckt. Regnet es morgen?

Rio Douro, Vila Nova de Foz Coa, Portugal

Castelo Melhor, Portugal

Almeida, Portugal

Execution sword, Museu Militar, Almeida, Portugal

Rocks near Casillas de Flores, Spain

Near Aranhas, Portugal

My scooter parked under a boulder, Monsanto, Portugal

Castelo, Monsanto, Portugal

Castelo Branco, Portugal

Municipal park, Castelo Branco, Portugal