31.07.2020 Sevilla-Cadiz

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  • By: lenel

Ich mache mich fertig, aber weil die Strecke nach Sevilla ziemlich gerade und recht kurz ist, kann ich noch bis neun Uhr morgens das gestrige Tagebuch fertigstellen und ein paar geschäftliche Sachen erledigen. Es ist wieder enorm heiss, fast 40 Grad. Kurz nach neun fahre ich los. Den Weg aus der riesigen Stadt heraus finde ich gut. Verschiedene Gerüchte schlagen mir entgegen: Olivenöl und Wein. Ich gelange auf die N4, eine stark befahrene Hauptstrasse. Bei Los Palacios y Villafranca überquere ich einen offensichtlich schiffbaren Kanal. Riesige Olivenbaumplantagen säumen meinen Weg, abgewechselt von ebensoriesigen Felder mit Reben – Weinberge wäre hier der falsche Ausdruck, denn das Gelände ist topfeben. In El Cuervo stoppe ich bei der „La Casa de Postas de El Cuervo“, einem ehemaligen Postrelais. In Cabezas de San Juan tanke ich nach. Der Strasse entlang grosse Felder von braun verwelkten Sonnenblumen, dahinter riesige Felder mit Solarpanels. Vor Jerez de la Frontera wieder endlose Felder mit Reben. Als ich bei einem Restaurant halte und Essen bestellen möchte, wird mir gesagt, dass es erst ab 13:30 Uhr Mittagessen gebe. Das wäre zu spät für mich, weshalb ich im Supermarkt Gazpacho und eine Tortilla kaufe. Je näher ich ans Meer komme, desto diesiger ist der Himmel. Entlang der Strasse nach Puerto Real hat es einen Wasserkanal. An verschiedenen Stellen leckt er ziemlich stark. Ich halte beim Park Monte Dehesas Las Leguas und fahre zur Salina Marisma de Cetina. Dies ist eine natürliche Saline, die das Brackwasser des Flusses durch die Sonne eindicken und schliesslich auskristallisieren lässt. In der Ferne kann man Flamingos sehen. In Puerto Real muss ich durch die Stadt hindurch fahren, die Einbahnstrassen kennt das Navi nicht, aber ich finde nach einer Ehrenrunde den Weg selbst. Am anderen Ende der Lagune sehe ich eine riesige Halle von Airbus. Ein kurzes Stück muss ich auf die Autobahn, denn nur so gelange ich über die riesige Buckelbrücke, die in der Mitte recht hoch ist, auf die Halbinsel von Cadiz. Das Hostel liegt in der Altstadt, aber ich schaffe es tatsächlich, direkt vor das Hostel zu fahren. Schnell lade ich ab und parkiere den Scooter ein paar Strassen weiter auf einem offiziellen Scooterparkplatz. Ich checke nun ein und laufe gleich wieder in die Stadt. Ich besuche den Torre Tavira mit seiner Camera Obscura. Die mit einer Linse ausgestattete Camera Obscura projiziert das Bild auf eine weisse Blechschüssel, die möglicherweise mal eine Satellitenantenne war. Die Betreuerin macht so einen virtuellen Stadtrundgang mit uns. Oben hat es auch noch eine Plattform, von der aus man eine direkte Sicht über die Stadt hat. Ich laufe nun zum Mercado Central und zur Catedral de Cadiz, welche geschlossen ist. Durch den Arco de la Rosa gelange ich zur Plaza Fray Felix. Die alte Kathedrale ist noch geschlossen. Daneben ist unter einer Parkplattform und hinter furchtbar dreckigem Glas ein phönizisches Grabmonument. Vom Teatro Romano ist nicht mehr viel vorhanden, zudem ist fast jeder Zugang verschlossen. Lediglich durch ein Gitter erhasche ich einen kleinen Blick auf die Sitzreihen, welche teilweise durch Beton ersetzt wurden. Durch den Arco de los Blanco, gelange ich zum Castillo de la Villa, was offensichtlich nur noch aus ein paar Mauerteilen besteht. Bei der Touristeninformation hole ich mir nun ein Blatt mit den Oeffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten. Ich erfahre, dass die neue Kathedrale permanent geschlossen ist, jedoch die alte gleich öffnen wird. So kehre ich zurück und besuche sie. Einmal mehr hat es viele Figuren – Maria, Jesus, Heilige – die mit echten Kleidern angezogen sind. Zudem hat es noch einen silbernen Sarg mit Jesus drin, aber auch eine gewaltige silberne Prozessionslade. Nun laufe ich um die Halbinsel herum. Auf der Plaza de las Tortugas hat es einen schönen Brunnen; auf der Plaza de España ein beeindruckendes Denkmal. Vis-a-vis steht die Casa de las 5 Torres, die wirklich fünf dieser Ausgucktürmchen nebeneinander hat. Daneben die Casa de las 4 Torres, die an jeder Ecke ein Ausgucktürmchen hat. Ueber die Plaza Argüelles gelange ich zum Parque Genovès. Die Thujabäume wurden in bizarre Formen geschnitten. Erstaunlich ist, dass es Simon-Bolivar-Denkmal gibt. Das Castillo de Santa Catalina ist wegen einem Popkonzert geschlossen. Ich laufe noch den halben Weg auf dem Damm zum Castillo de San Sebastian, dann kehre ich ins Hostel zurück und schreibe am Tagebuch, das heute wieder viele Stunden benötigt. Noch einmal gehe ich kurz aus und kaufe im Supermarkt die Zutaten für ein Abendessen. In einem Restaurant essen geht hier schlecht, denn deren Zeitplan und meine innere Uhr passen nicht zusammen. Ich kann nicht erst zum 22 Uhr zu Abend essen.

La Casa de Postas de El Cuervo, Spain

Sunflowers and solar panels near Las Cabezas de San Juan, Spain

Vineyards near Jerez de la Frontera, Spain

Irrigation Water Channels near Puerto Real, Spain

Salina Marisma de Cetina, near Puerto Real, Spain

My scooter in Cadiz, Spain

View from Torre Tavira, Cadiz, Spain

Cadiz, Spain

Teatro Romano, Cadiz, Spain

Parroquia de Santa Cruz (Catedral Vieja), Cadiz, Spain

Plaza de las Tortugas, Cadiz, Spain

Iglesia de la Palma, Cadiz, Spain