09.08.2020 Ainsa, Spain to Toulouse, France

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  • By: lenel

Früh fahre ich im nicht sehr ansprechenden Hostal Apolo XI ab. Aber ich war dankbar für die Tiefgarage, nachdem letzte Nacht doch ein schweres Gewitter niederging. In Escalona biege ich zum Cañon de Añisclo ab, welches mir meine Töffkollegen in Bello sehr empfohlen haben. Die nur in einer Richtung befahrbaren Strasse – Motorradfahrern wird vom Befahren abgeraten – schlängelt sich durch ein enges Tal. Von der Strasse aus hat man schöne Aussichten auf den weit darunter liegenden Rio Bellos. Immer wieder überholen mich Autos, während ich extra langsam mache und immer wieder zum Fotografieren anhalte. Am Ende des Cañons sammelt sich eine grosse Gruppe Wanderer für eine Wanderung. Ich muss über das Vall de Vio zurückfahren nach Escalona. Nun habe ich viel zu viel Zeit gebraucht und mich sputen zu meinem nächsten Halt in Bielsa. Das historische Dörfchen ist nicht so interessant wie erwartet, die Plaza Mayor ist im Umbau und die Kirche geschlossen. In einem Supermarkt kaufe ich etwas zum Essen und packe es ein. Die Weiterfahrt wird vor dem Pyrenäentunnel gestoppt. Dieser ist, wegen der erwarteten Wohnwagen, nur einspurig befahrbar. Ein niederländischer Volvo vor mir verliert viel mit Oel vermischtes Wasser. Sie müssen aus der Kolonne ausscheren und das Auto muss wohl abgeschleppt werden. Die Fahrt durch den Tunnel ist auf 60 km/h beschränkt. DerTunnel ist eng, doch er hätte eine Gegenfahrbahn. Auf der anderen Seite ist der Himmel bedeckt und es tröpfelt. Ich halte bei einem Rastplatz und esse die mitgebrachten Esswaren – scheusslich. Die Fuete ist völlig versalzen und das Brot pampig. Nur mit Wasser lässt sich das Zeug runterspülen. Kurz nachdem ich wieder weiterfahre, verstärkt sich der Regen. Ich ziehe rasch das Regenzeug an – in der Hitze nicht angenehm – und fahre ich einen veritablen Regensturm hinein. Der Regen wird mit einer solchen Wucht heruntergeschleudert, dass er gleich durch die Regenkleider durchgeht. Das hält aber nur für vielleicht 20km an, dann hört es wieder auf und schliesslich kann ich das Regenzeug wieder ablegen. Doch jetzt fahre ich gegen die Uhr, denn es ist viel zu spät, und die Rezeption des Hostels in Toulouse schliesst um 15:30 Uhr. Ich stelle das Navi deshalb auf Autobahn um und gelange so auf den kostenfreien Abschnitt der Autobahn. In Toulouse drin bietet das Navi noch ein paar Fehlleistungen, als sich die Angaben oben links und unten auf dem Display widersprechen. Beide Male wähle ich selbstverständlich die falsche Variante. Genau um 15:30 Uhr gelange ich zum Hostel, wo ich einchecken kann. Der Besitzer ist ein humorvoller Kauz, das Hostel selbst ist etwas verlebt. Immerhin kriege ich ein Bett im mit Abstand besten Schlafsaal, mit eigenem Bad. Ich gehe sofort wieder in die Stadt, besichtige die Basilique Saint-Sernin, die über dem Grab von St. Serinen gebaut sein soll. Die fünfschiffige Kirche ist ein Prachtstück romanischer Baukunst. Ein prunkvoller barocker Baldachin ist heute über seinem Sarkophag, der in einer goldenen Umhüllung ruht, angebracht. In den Nischen rund um die Apsis befinden sich Schreine mit Reliquien anderer Heiliger. Interessant ist auch die Krypta, wo sich weitere Reliquien befinden. Die Toulouser sind auch stolz auf die Grand-Orgue Cavaillé-Coll, welche eine der grössten Frankreichs sein soll. Beim Weiterlaufen komme ich zur Eglise Saint-Pierre de Chartreux, der Studentenkirche vonToulouse. Ein Chor, hauptsächlich Schwarze, ist gerade am Proben. Ueber den Pont Saint-Pierre gelange ich auf die andere Flussseite. Heute ist alles wie ausgestorben. In Spanien ist auch am Sonntag Leben in den Städten, hier ist es völlig anders. Ich halte kurz bei der Place du Professeur Pierre-François Combe und beim Chateau d'Eau, in dem sich heute ein Kunstmuseum befindet. Gegenüber ist das gewaltig grosse Hotel Dieu Saint-Jacques. Ueber den Pont Neuf gelange ich wieder zurück und besuche noch die Eglise Notre-Dame La Dalbade. Im Gegensatz zur Basilique Saint-Sernin ist hier ein riesiger Innenraum, mit zwei ganz schmalen Seitenschiffen, das eine mit Glasfenstern, das andere mit einem Balkon. Beim Weiterlaufen stosse ich auf einen Monoprix Supermarkt, der sogar heute Sonntag offen hat, natürlich mit entsprechenden Preisen. Ich kaufe mir ein Nachtessen und laufe über die Place du Capitole, wo das Capitole jetzt in der Abendsonne leuchtet, zurück ins Hostel. Der Besitzer richtet heute einen Apero mit Humus, Wein und Bier aus. Ich nehme daran teil und treffe auch einen Südafrikaner, der jetzt in Korsika lebt.

Cañon de Añisclo, Spain

Cañon de Añisclo, Spain

Cañon de Añisclo, Spain

Bielsa, Spain

Waiting at the Pyrenees tunnel, Eje del Cinca, Spain

French Pyrenees, France

Basilique Saint-Sernin, Toulouse, France

Basilique Saint-Sernin, Toulouse, France

Crypt, Basilique Saint-Sernin, Toulouse, France

River Garonne, Toulouse, France

Eglise Notre-Dame La Dalbade, Toulouse, France

Place du Capitole, Toulouse, France