20.06.2019 Kryvyy Rig

  • Posted on: 20 June 2019
  • By: lenel

Zu Fuss am ehemaligen Kulturpalast vorbei zu den nördlichen Vierteln vor der Zaliznychna Stantsiya Mudryona. Es gibt verlotterte Einfamilienhäuser und Reihen von Garagen, die meisten mit Heizung. Dann zum Ploshchad Gorkogo und zum Heroiv Park mit einem Kosakendenkmal und einem „drehbaren Christbaumständer“. Den Töff geholt, fahre zum Eingang des Saksagaranskyi Wassertunnel. Das ist wenig spektakulär: Es gibt einen Schieber an Drahtseilen, der in rund 60 Metern Tiefe den Durchfluss reguliert oder regulierte, denn funktionsfähig sieht die Sache nicht mehr aus. Vorbei an Zechen und zerfallenden Minen (auf jedem Fördergerüst hat es einen roten Stern) fahre ich zur Mariupolska Vulitsa, wo die MOPR Felsen sein sollen, doch finde ich nichts, dafür den Park Imeni Fedira Mershavtseva, der als Park der Zeitung Pravda angeschrieben ist. Von den Natursträsschen zurück zur Mikolaiska Vulitsa und wieder ins Zentrum, wo ich beim Denkmal für den unbekannten Soldaten halte. Danach fahre ich zum Markt, wo ich mir zum Mittagessen einen Wurstwecken und ein Shwarma leiste. Unweit davon halte ich beim Drugyy Stavok, ein Stausee, der wenig spektakulär ist. Auf der anderen Seite der Strasse ist der Pershyy Stavok. Ein zerfallenes Gebäude war wohl einmal ein Institut, so wie es aussieht. Schade. Nun fahre ich in den Metallurgynyy Rayon ein. Ich folge einfach meiner Nase und fahre so um die grossen Stahlkochereien herum. Die Strassen sind miserabel. Immer wiederüberqueren dicke Rohre die Strasse, oder Förderbänder für Erz. Schwere Dumper-Lastwagen befördern riesige Mengen Erz auf einmal. Bei einer Brücke über die Eisenbahn gibt es eine gewaltige Schrotthalde. Ich komme wieder auf die Hauptstrasse und beim Autoteilemarkt stelle ich den Scooter ab. Ich muss mich lange erkundigen, bis ich herausfinde, wie es geht, das Oel meines Scooters zu wechseln. Ich fahre zum einem Motorrad-Reparatur-Schuppen, dort handle ich den Preis für die Arbeit aus, dann gehen wir zu einem Händler, kaufen einen Liter Motorenöl und er wechselt mir das Oel. Gottseidank, ist eine grosse Last von mir abgefallen, denn das Oel war merklich verbraucht. Ich komme an den riesigen Signeten des Arcelor-Mittal-Kombinats und Kryvorozhstal vorbei und gelange zum Skver 60-richchya Peremogi (Platz des Sieges vor 60 Jahren), einem Weltkriegsdenkmal. Gleich daneben ist ein zerfallenes, imposantes, neoklassizistisches Gebäude. Beim Park Yubileyniyy stelle ich den Scooter ab und erkunde ersteren. Es gibt eine „Burg“, eigentlich ein Kaffeehaus, ohne dass hier irgendjemand einkehrt, ein Denkmal für die in Afghanistan gefallenen Soldaten und die Kirche „Tserkva Veyskannya Zagyblikh“, die ich kurz besuche. Nun fahre ich zurück zu meiner Bleibe, stelle den Scooter ab und laufe zu Fuss zum Ploshchad Gorkogo, wo ich extrem hässliche und sündhaft teure Postkarten (es sind die einzigen erhältlichen in der ganzen Stadt) kaufe, auf der Post frankiere und an einem dort stehenden Pult gleich schreibe und abschicke.