25.06.2019 Odessa-Uman

  • Posted on: 25 June 2019
  • By: lenel

Ich laufe zwei Blöcke weiter und hole meinen Scooter aus dem überwachten Parking. Dann lade ich ihn und fahre aus Odessa hinaus. Der Verkehr ist nicht schlimm. Zu meiner Ueberraschung ist die Strasse nach Uman eine sechsspurige Autobahn, einwandfrei und ohne Schlaglöcher. Ich habe eine Schlaglochpiste erwartet. Ständig muss ich nachtanken, weil der Verbrauch auf der Autobahn viel höher als sonst ist, so in Lyubazhiv. In Kryve Osero fahre ich von der Autoabahn ab, an einer riesigen Photovoltaikanlage vorbei. Das Dorf selbst ist uninteressant. In Synky tut mir das Knie so weh, dass ich anhalten muss, was sich gut trifft, denn es gibt eine Raststätte. Dort esse ich Varenyky (eigentlich zuviele Kohlenhydrate), plaudere lange mit dem Betreiber des Restaurants, Alex, der in Kiev sein Studium abgebrochen hat, um nicht zur Armee eingezogen zu werden. Er verdient hier umgerechnet 200 EUR im Monat. Das ist auch hier nicht viel. Kurz vor 14 Uhr komme ich in Uman an und finde das „Kanguruh Hostel“ sofort. Es macht einen hervorragenden Eindruck, neu und blitzsauber. Ich lade mein Gepäck ab und fahre sofort wieder los. In der Strasse von Rabbi Nachmans Grab ist alles in Ivrith angeschrieben, es gibt Läden für koscheres Essen und koschere Hotels. Souvenirverkäufer verkaufen in Ivrith angeschriebene Artikel. Ich gehe hinein, finde aber nur ein Cheder, nicht das Grab von Rabbi Nachman, nur einen Vorraum, wo Handwerker am Renovieren sind. So laufe ich wieder hinaus und warte, bis eine Reisegruppe kommt – zufälligerweise ist es eine deutsche – und folge dieser einfach. Tatsächlich muss man durch den Vorraum durch und gelangt in ein zweites Cheder, in dem auch Rabbi Nachmans Grab liegt. Ich tue genau so, wie erwartet, d.h. das vorgeschriebene Gebet (glücklicherweise ist der Text dort an der Wand angebracht) an seinem Grab und die Gabe, nun soll ich von allen meinen Sünden, auch von den richtig schlimmen, befreit sein. Hoffen wir mal, dass es funktioniert. Nachher fahre ich noch zu einer Stelle, die auf der Karte mit "Hichel Hakodesh Barmselab Beuman" bezeichnet ist. Es ist der Rohbau einer Synagoge, die nie fertig geworden ist. Danach fahre ich noch ins Stadtzentrum, wo ein sowjetischer Obelisk an den zweiten Weltkrieg erinnert. Ein ganz aus Backsteinen gebautes ehemaliges Grandhotel steht unweit davon. Rund um den Sobornosti Skver steht der ehemalige Kulturpalast, heute Theater. Ich kaufe für das Nachtessen ein und fahre zurück ins Hostel.