01.07.2019 Mukachevo-Ushgorod-Miskolc

  • Posted on: 1 July 2019
  • By: lenel

Bevor ich abfahre, laufe ich noch einmal in die Stadt und mache Fotos vom Rakoczy-Schönborn-Palast, der jetzt von der Sonne beleuchtet wird, und vom Rathaus. Dann fahre ich über eine grauenhaft schlechte Schlagloch- und Kopfsteinpflaster- (sowie beides kombiniert) Strasse nach Chynadyiovo, wo ich die Burg Sent-Miklosh besuche. Das Museum ist natürlich noch nicht offen. Die Burg selbst ist eine Enttäuschung, zum einen war das nie eine Burg, sondern immer nur ein Schloss, zum anderen ist das Gebäude stark vernachlässigst und macht einen baufälligen Eindruck. Noch einmal schaue ich beim Krasnogorsky Muzhskoy Monastyr herein, da jetzt die Sonne besser steht als beim letzten Besuch. Die Strasse nach Ushgorod ist recht gut, mit kleinen Schlaglochstrecken zwischendrin. In Ushgorod fahre ich zur Burg, aber viel kann man nicht sehen, insbesondere, als der Innenhof heute geschlossen ist. Ich wechsle meine Griwna in Euros um und fahre Richtung Grenze. Diesmal ist die ukrainische Seite völlig problemlos. Doch auf der ungarischen Seite ist eine lange Kolonne und vorfahren geht hier nicht. Man sieht deutlich, dass die Grenzer absichtlich Pausen zwischen den Abfertigungen machen. Insgesamt eineinhalb Stunden dauert der Grenzübertritt, mit einem Auto wären es wohl drei bis vier Stunden gewesen. Auf der anderen Seite fahre ich auf Landstrassen der mehr oder weniger der Theiss entlang. Bei den Bäumen sieht man schwere Sturmschäden, offenbar ging vor nicht allzulanger Zeit ein wüster Sturm durchs Land. Von der Theissbrücke bei Tiszakanyar kann man die Ledischiffe und Schwimmplattformen, die Sand aus dem Flussbett fördern, beobachten. Je näher man an Tokaj kommt, desto mehr der typischen ungeschnittenen Reben für den Tokaj-Wein sieht man. Bei Olaszliszka zeigt ein Schild einen jüdischen Friedhof an. Ich fahre hin, er ist aber abgeschlossen. Rundherum stehen Häusern von Zigeunern. Ich rufe meine Vermieter in Miskolc an und geben ihnen die vermutliche Ankunftszeit durch. Doch als ich in Miskolc ankomme, versagen beide Navi-Apps auf meinen Telefon. Here weg go stürzt nur noch ab und Osmand kann sich nicht entscheiden, an welchem Ende der Strasse die Nummer 8 sein soll. Ich fahre hin und her, bis der Vermieter, der auf der Strasse wartet, mein Schweizer Nummernschild sieht und mir zuruft. Der Empfang ist herzlich und unkompliziert. Die Wohnung ist wunderschön, ein modern eingerichtetes Schlafzimmer mit Grossbildfernseher und Fischgratparkett, eine Wohnküche, ein modernes Bad. Ich will Miskolc erkunden und gehe vorerst zum Tourist Information Office, wo ich eine Karte und genaue Anweisungen kriege, wie ich die Burg in Diosgyör besuchen kann. So kaufe ich Tramtickets und nehme das Tram Richtung Diosgyör. Doch bald merke ich, dass ich auf dem falschen Tram bin, dieses wird abbiegen. So steige ich aus und warte auf das nächste Nummer 1 Tram. In Diosgyör kaufe ich Wasser und laufe zur Burg. Das letzte Mal war die Burg eine einzige Baustelle, nun ist sie modern renoviert worden, eigentlich fast zu viel. Innen ist alles sehr modern. Im Parterre sind in den Kasematten Ausstellungsräume eingerichtet worden: Jagd; Töpferei; Metallbearbeitung; Gewürze und Alchemie; Gutsverwaltung und Geschichte der Burg. Im oberen Stock ist die Ritterhalle neu gemacht worden, natürlich mit einigen Rüstungen. Auf den einen Turm kann man heraufsteigen und hat dann eine gute Aussicht bis ins 7km entfernte Miskolc. Es gibt die obere Ebene der Schlosskapelle und Ausstellungen zu Königen. Alles ist mit interaktiven Touch-Screens eingerichtet worden, doch weder funktioniert die Software korrekt, noch die Kalibrierung der Touch-Screens. Es folgt die Halle der Königin von Anjou und das Schlafzimmer der Königin. Unter dem Souvenirladen gibt es einen Eingang zur Rotunde, in deren unteren Ebene die Fundgegenstände vom Ort ausgestellt sind, in der oberen Ebene eine Rundprojektion, leider nur mit ungarischem Ton. Am Schluss laufe ich noch rund um die Burg herum. Die Temperatur ist jetzt 34 Grad. Mit dem Tram fahre ich zurück nach Miskolc. Noch einmal besuche ich den Erzsebet Ter, um zur reformierten Kirche, die über dem Platz am Hang klebt, zu besuchen. Gerade spielt das Glockenspiel vom (separat stehenden) Turm. Ich laufe noch zur Minoritenkirche zur reformierten Kirche und zur riesigen Synagoge, die alle Kirchen in den Schatten stellt. Auf dem Hösök Tere sind junge Leute am Skaten. Ich laufe zu einem Spar, wo ich Milch, Kolbas und Brot kaufe.