04.07.2019 Budapest-Graz

  • Posted on: 4 July 2019
  • By: lenel

Ich stehe etwas früher als sonst auf, um ganz sicher frühzeitig wegfahren zu können. Trotzdem gerate ich in ziemlichen Stossverkehr. Mein erstes Ziel ist Szekesfehervar, nachdem das Navi nicht in der Lage war, die ganze Strecke zu berechnen. In Martonvasar halte ich, um den Brunszvik Garden, in dem ein schönes Schloss steht, zu besuchen. Natürlich ist es früh am Morgen und noch alles ist geschlossen. In Szekesfehervar tanke ich nach. Es ist kühl, ich ziehe wieder die Lederjacke an. Ich fühle eh eine Grippe aufkommen. Rechts von mir steht eine graue Regenwand. Links und rechts Weizen, Mais, Sonnenblumen. Nochmals nachtanken muss ich in Janoshaza. In der „Gulyas Csarda“ in Szemenye esse ich zwei Schnitzel mit Kartoffeln. Ich fahre weiter und gelange nach Körmend, der letzten grossen ungarischen Stadt auf meiner Strecke. Dort tausche ich die restlichen Forint gegen Euros, tanke mit den verbliebenen Münzen nach und fahre weiter. Die Grenze ist kurz vor Heiligenkreuz im Lafnitztal. Die Grenzhäuschen sind am Verlottern, Kabel hängen herunter. Die nächsten Stationen sind Fürstenfeld und Gleisdorf. Nun wird es sehr hügelig, es geht hinauf und hinunter. Um halb vier Uhr komme ich in Graz an, tanke nochmals auf und finde meine Bleibe problemlos. Entgegen der vorgängigen Auskunft des Hostels hat es unzählige Motorradparkplätze beim Hostel. Ich checke ein, hole beim Lidl die Zutaten für mein Abendessen und laufe zum Schloss Eggenberg, rund zwei Kilometer westlich von meiner Unterkunft gelegen. Der Schlossgarten und das Schloss sind wunderschön, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Im Hof des Schlosses hat es eine Muschelgrotte. Die Pfauen rund ums Schloss sind gar nicht scheu und ich kann ganz nah an sie heran. Nach dem Abendessen laufe ich noch ins zwei Kilometer östlich gelegene Stadtzentrum, das nun vom Abendlicht beleuchtet wird. Ganz wild ist die Architektur des Kunsthauses, das wie eine grosse Blase aussieht. Ich laufe über die Murbrücke zur Innenstadt. Die Gassen sind voll mit Leuten, überall wird gegessen, getrunken, diskutiert. Ich laufe zum Hauptplatz mit dem dominierenden Rathaus, zum Landhaus, wo der Landtag tagt, und das einen eindrücklichen Innenhof hat; zum Jakomini-Platz mit einer Mariensäule inmitten von Blumenpracht; zur Stadtpfarrkirche und hinauf zur Burg, wo der Dom und gleich daneben das Mausoleum stehen. Schliesslich laufe ich wieder zurück zum Hostel.