06.08.2020 Arjona-Consuegra

  • Posted on: 6 August 2020
  • By: lenel

Der Tag fängt übel an. Ich stelle fest, dass die Waschmitteltube, die ich immer mit im Gepäck habe, geplatzt ist und alle meine Sachen mit Waschmittel durchtränkt sind. Auswaschen geht nicht, das Wasser hier hat praktisch keinen Kalk und wäscht nichts weg. So packe ich die nassen Sachen in einen Plastiksack und ziehe die nassen Hosen einfach an. Sie werden auf dem Weg schon trocknen. Nur ungerne verlasse ich das schöne Hotel. So ein gutes Zimmer hatte ich bisher noch nie. Den Ausgang aus Arjona und die Tankstelle finde ich problemlos. Von Arjona nach Andujar ist kein Problem. Doch dann: Das Garmin-Navi rechnet, rechnet und findet keine Strecke mehr und das Herewego will mich unbedingt auf die Autobahn lotsen. Ich will doch nicht auf der Autobahn fahren. So fahre ich auf den kleinen, manchmal nicht geteerten Strässchen entlang der Autobahn bis nach Bailen. Von dort schaffe ich es bis Linares, wohl mit vielen Umwegen. Beim Puente Romano de Vadollano halte ich, um zu fotografieren. Doch dann lotst mich das Navi auf eine Naturstrasse. Ich denke, das wird nur für ein paar Meter sein. Doch sie wird immer schlechter und hört und hört nicht mehr auf und es hat keinerlei Abzweigungen. Als ich 50km weit darauf gefahren bin, zeigt mir das Navi links von der Naturstrasse eine Hauptstrasse an. Ich fahre quer über eine Farm auf einem Traktorenweg, sicher zwei Kilometer, nur um festzustellen, dass es sich nicht um eine Hauptstrasse, sondern eine Feuerschneise handelt, die das Navi fälschlicherweise als Strasse eingezeichnet hat. So fahre ich zurück auf die Naturstrasse. Zum Zurückfahren bin ich nun zu weit gefahren und meine beiden Apps zeigen keinerlei Strassen an, auf die man halten kann. Die Strasse ist miserabel, voller grosser Steine und mit tiefen Schlaglöchern, die man wegen der starken Sonnenstrahlung nicht sieht. So fahre ich etwas weiter, bis ich jemanden antreffe. Ich frage nach dem Weg und er meint, das sei äusserst kompliziert. Aber er werde mir vorausfahren, bis ich wieder auf der Teerstrasse bin. Mit einem Riesencaracho fährt er vor mir und ich muss Gas geben, wenn ich nachkommen will. Gar nicht so einfach auf dieser Schlaglochpiste. Manches Schlagloch sehe ich zu spät und knalle voll rein. In einem Schlagloch muss der Schirm, den ich zum Trocknen auf das Gepäck gebunden habe, abgefallen sein. Mein Tank ist praktisch leer. Endlich, nach 33km Staub und Schlaglöcher, kommen wir zur Teerstrasse nach Castellar de Santiago. Ich verabschiede mich von meinem Helfer, wir tauschen Telefonnummern aus, ich gebe ihm was ans Benzin und fahre weiter. In Castellar de Santiago tanke ich auf, kaufe etwas zum Essen und Trinken und fahre dann weiter. Nun lotst mich das Navi wieder, es hat den Weg wieder gefunden, und auf richtigen Strassen. Doch an einer Stelle will es mich wieder auf einen Feldweg schicken. So fahre ich völlig sinnlos gut 10km wieder auf Feldwegen. Immerhin kann ich hier unter einem Olivenbaum mein Mittagessen einnehmen. Entlang der Hauptstrassen hat es keinerlei Möglichkeiten. In Puerto Lapice will mich das Navi einen weiten Umweg über Herencia machen lassen. Ich denke, dass ich schlauer bin und fahre auf der Teerstrasse entlang der Autobahn. Aber das rächt sich rasch. Die Teerstrasse wird zum Feldweg, der Feldweg zum miesen Feldweg. Ich wechsle auf die andere Autobahnseite, doch da wird es noch schlimmer. Besser wäre ich auf die Autobahn gefahren. Als ich endlich ein Teersträsschen finde, gebe ich etwas Gas und sehe auf einmal eine 20cm dicke Kiesschicht vor mir, die ich wegen ihrer schwarzen Farbe nicht erkannt habe. Der Scooter ist nicht mehr zu halten. In losem Kies kann ich nicht damit fahren. So stürze ich und irgendwie muss dabei meine Hose an den heissen Auspuff gekommen sein, auf jeden Fall brennt der ein grosses Loch hinein. Ich selbst falle nicht, nur der Scooter. Endlich, endlich komme ich zur Brücke, überquere sie und kann nun auf einer Teerstrasse nach Consuegra fahren. Ich checke ein in der Posada los Consules, doch der Besitzer ist brummig und unfreundlich. Ich fahre gleich wieder los, kaufe im Dia etwas zum Nachtessen, komme zurück, würge es rasch hinunter und fahre wieder los. Bei der Burg und den Mühlen auf dem Cerro Calderico erkundige ich mich kurz bei der Touristeninformation, doch es ist sieben Uhr und alle sind am Schliessen. Auch die Burg ist schon zu und die Windmühlen auch. Es sind die Windmühlen, die Cervantes inspiriert haben. Ich fahre noch zur Plaza España, wo das Gebäude des Ayuntamiento mit einem Torbogen mit einem Kirchturm verbunden ist. In einem Laden kaufe ich Mikrofasertücher, denn ich muss alles vom Staub reinigen. Jeden Abend schaue ich, ob die Grenze nach Frankreich noch offen sei. Ich hoffe, dass ich sie noch rechtzeitig erreichen kann.

Puente Romano de Vadollano, Monumento Natural del Pielago, Spain

My scooter in Estacion de Vadollano, Spain

My scooter in..., somewhere in the Bundu, Spain

José Martinez, my guide out of the Bundu

Olives,

Again in the Bundu

Windmills, Cerro Calderico, Consuegra, Spain

Castillo, Cerro Calderico, Consuegra, Spain

Plaza España, Consuegra, Spain