07.08.2020 Consuegra-Bello

  • Posted on: 7 August 2020
  • By: lenel

Die Nacht war wegen der Aircondition (und weil ich eine undichte Wasserflasche aufs Bett gelegt hatte) angenehm kühl. Ich stehe früh auf, packe meine Sachen und fahre ab. Das Navi hat diesmal alles im Griff. Es leitet mich auf schönen Nebenstrassen durch eine Landschaft, die immer wieder abwechselt, einmal sind es Berge, dazwischen wieder Flachland. Einen Schock kriege ich, als ich den Reifendruck kontrolliere. Eine Speiche ist ausgerissen. Da haben die gestrigen Strapazen also doch Schäden angerichtet. Das Hinterrad muss früher oder später ersetzt werden. Für die Heimfahrt genügt eine einfache Reparatur mit Kabelbindern. Es hat kaum Dörfer und auch kaum Tankstellen. Jedesmal, wenn der Tank leer ist, muss ich zittern. In Salmeron halte ich, stelle mich beim „Supermarkt“ (ein Zimmer in einem Haus, das mit der Apotheke geteilt wird) in die Reihe und kaufe mir etwas zum Essen und Trinken. Mein Benzin zeigt fast leer an und alle Tankstellen, die ich aufsuche, sind permanent geschlossen. Es tröpfelt, der Himmel ist dunkel bedeckt. Es geht über einen Pass, gleich danach kommt Peñalen mit seinen verschiedenfarbigen Felsen. Jetzt komme ich in den Parque Nacional del Alto Tajo, wo ich bei der Touristeninformation kurz anhalte und mit dem Herrn plaudere. Er hat ein Semester in Fribourg an der Uni studiert und spricht leidlich deutsch. Mit dem allerletzten Tropfen gelange ich nach Molino de Aragon, wo ich trotzdem noch rasch beim Puente Viejo (12./13. Jhdt.) über den Fluss Gallo halte. Endlich kann ich Benzin (für den Töff) und Wasser (für den Fahrer) auftanken. Es gibt hier einen wunderbaren Alcazar, leider um diese Zeit geschlossen, wie schon das letzte Mal, als ich hier war. Immerhin ist das ehemalige Judenviertel (Prao de los Judios) zugänglich. Man sieht hier die Reste eine Synagoge, eines Gemeindehauses, einer Weinpresse, von Werkstätten und von Wohnhäusern. Sogar eine Mikwe glaube ich zu erkennen. Beim Weiterfahren folge ich noch einem Schild „Torre de Aragon“ und gelange zu diesem Wachturm, der etwas oberhalb des Alcazars liegt. Ist natürlich auch geschlossen. Dunkle Regenwolken ziehen genau in der Richtung, in der ich weiterfahren muss auf und es zucken Blitze. Gerade als ich auf einer Strecke bin, wo man nirgends anhalten kann, fängt ein heftiger Regen an. Ich parke den Töff auf der Strasse und ziehe mich rasch um. Ein paar Minuten lang prasselt heftiger Regen auf mich nieder, dann bin ich wieder aus dem schlimmsten heraus und es tröpfelt nur noch. Erstaunlicherweise führt mich das Navi heute bis an die Türschwelle meiner Unterkunft Mirador El Silo in Bello. Es ist eine brandneue Jugendherberge, alles sehr modern und zweckmässig eingerichtet. Leider hat es kaum Gäste. Ich laufe ins Dorf und gelange zur Kirche und zum Dorfplatz, sowie zum Ayuntamiento (Rathaus). Mit einer Einheimischen plaudere ich lange. Der Supermarkt ist permanent geschlossen, die Besitzerin musste wegen Kontakt mit einem Covid-Fall in Quarantäne. Ansonsten hatte hier niemand je Covid-19. Zurück im Hostel treffe ich drei Motorradfahrer, Victor, Miguel und Paul, welche mich zu einem Drink einladen und wir plaudern stundenlang und essen dann auch noch gemeinsam zu Abend.

Broken wheel!

Near Sayaton, Spain

Near Sacedon, Spain

Salmeron, Spain

Tajo River, Parque Nacional del Alto Tajo, Sapin

Multicoloured rocks, near Valsobre, Spain

Molino de Aragon, Spain

Castillo Alcazar, Molino de Aragon, Spain

Synagoga, Prao de los Judios, Castillo Alcazar, Molino de Aragon, Spain

Torre de Aragon, Molino de Aragon, Spain

Bello, Spain

Mirador El Silo, Bello, Spain