08.08.2020 Bello-Ainsa (Spain)

  • Posted on: 8 August 2020
  • By: lenel

Ich winke noch meinen drei Freunden zu, als diese noch vor mir abfahren, dann ist es auch für mich Zeit, weiterzufahren. Nur ungerne verlasse ich dieses schöne Hostel. Es ist früher Morgen, die Sonne steht ganz tief und blendet. In Daroca halte ich zum ersten Mal und schaue mir wenigstens ein paar der Kostbarkeiten an, die das Städtchen zu bieten hat: Der Brunnen der 20 Rohre, die beiden sehr gut erhaltenen Stadttore, die Burg auf einem Felsen über der Stadt. Ueber den Pass Puerta de Huerva (944m) und einen weitere Pass geht es weiter. Auch heute spinnt mein Navi nicht mehr und führt mich korrekt. Ich scheine nun diejenigen Einstellungen gefunden zu haben, mit denen es geht. Zaragoza, das in der jüngsten Vergangenheit Schlagzeilen mit Covid-19 machte, durchfahre ich ohne irgendwo anzuhalten (mit Ausnahme der roten Ampeln). Bei Perdiguera sehe ich wieder eine typisch spanische Planungsleiche. Ein ganzes Quartier ist für Einfamilienhäuschen parzelliert worden, für jedes Häuschen wurde eine Strassenlaterne, ein Elektrokasten und wohl auch Wasser und Abwasser installiert, Strasse und Bushäuschen wurden gemacht und dann kaufte niemand diese Parzellen. Bei Lanaja sehe ich einen Silo, wie der, in dem ich übernachtet habe, nur diesmal noch in Betrieb. Ich komme zur Laguna de Sariñena, fahre in das Städtchen Sariñena hinein, kann endlich nachtanken und kaufe bei Dia etwas zum Mittagessen. Dieses esse ich auf einem Bänkchen beim geschlossenen Visitor Center am Ufer der Lagune. Bei der Brücke über den Rio Alcanadre bei Peralta de Alcofea halte ich kurz. Ob das mal ein Stauwehr war? Die Kirche von Fornillos ist eigenartig, sie ist mit Storchennestern bedeckt und es hat auch wirklich Störche drin. Ich komme zum Embalse de El Grado. Auf der Gegenseite ist von weitem sichtbar das Dorf Torreciudad, das aber ganz neu erscheint. Es handelt sich dabei um einen Marienschrein, für den ein riesiges Gebäude mit einem Turm gebaut wurde. Mein nächster Halt ist in Abizanda, einem historischen Städtchen auf einem Felsblock. Ein massiver Turm lombardischer Bauweise dominiert das Stadtbild. Die Kirchentüre ist speziell: Sie hat ein Katzentürchen, und das scheint schon sehr alt zu sein. Am Ufer des Embalse de Mediano halte ich nochmals, da es ein schönes Bild ist, die halbüberschwemmten Bäume im türkisblauen Wasser zu sehen. Dann fahre ich nach Ainsa und checke im Hostal Apolo XI ein. Kein besonders attraktives Zimmer, auch nicht günstig, aber immerhin funktioniert hier das Wifi und ich darf die Garage benutzen. Ich fahre den Berg hinauf zur Altstadt. Als ich den Scooter abstelle, bemerke ich, dass eine dunkle Gewitterwolke aufzieht und es donnert bereits. So besichtige ich das Castillo. Doch ich habe riesiges Pech: Als ich zum Fotografieren ins Kies stehe, stehe ich auf einen riesigen Kaugummi, der hier jemand ausgespuckt hat. Jetzt klebt alles an der Sohle und ich muss eine Viertelstunde lang mit einem Zweig den Kaugummi aus den Sohlen kratzen, mit wenig Erfolg. Ich denke, ich muss die Schuhe nach dieser Reise wegwerfen, ich kriege ihn nicht mehr hinaus. Das Castillo besteht nur noch aus den Aussenmauern. Die Gebäude sind bis auf zwei kleine Ueberreste in den Ecken weg. Nach dem Castillo tritt man auf die Plaza Mayor, links und rechts von Restaurants mit weissen Sonnenschirmen gesäumt, in der Mitte das Rathaus (Ayuntamiento). Links und rechts davon führen zwei Gassen zum unteren Tor, dem Portal di Afuera. Alles ist katalanisch angeschrieben, obwohl dies noch Aragon ist. Die Iglesia de Santa Maria hat einen eigenartigen Turm, möglicherweise mudejarisch geprägt. In Ainsa fliessen die Flüsse Rio Ara und Rio Cinca in den Embalse de Mediano. Ich fahre noch auf die andere Seite des Rio Ara, doch von hier aus hat man trotz der dunklen Wolken Gegenlicht und es gibt zuviele Störfaktoren. Vom „Corredor Verde“ am Rio Ara kriege ich dann doch noch ein halbwegs gutes Foto, doch das beste Foto gelingt mir am Ufer des Rio Cinca. Ich fahre zurück zum Hostal, stelle den Scooter in die Tiefgarage und laufe nochmals zum Dia Supermarkt, wo ich mir ein Nachtessen kaufe und im Park gegenüber gleich aufesse. Weil Brot dabei war, sind meine Zuckerwerte aber viel zu hoch. Das Gewitter beginnt erst um 22 Uhr.

Early Morning, Bello, Spain

Daroca, Spain

Laguna de Sariñena, Spain

Iglesia de Fornillos (Aragon), Spain

Torreciudad, Embalse de El Grado, Spain

Abizanda, Spain

View on Embalse de El Grado, Morillo de Tou, Spain

Castillo, Ainsa, Spain

Near Portal di Afuera, Ainsa, Spain

Plaza Mayor, Ainsa, Spain

Rio Cinca and Ainsa, Spain