11.08.2020 Toulouse-Pailherols

  • Posted on: 11 August 2020
  • By: lenel

Ich verabschiede mich von Driss, belade das Motorrad, schmiere die Kette und fahre ab. Aus Toulouse hinaus geht völlig problemlos, praktisch alles ist geradeaus, ich kann dem Navi folgen. Es ist heiss und sonnig. Das Navi will mich aber immer wieder auf die Autobahn bringen, was mir nicht passt. Noch vor Saint-Sulpice fahre ich von der Autobahn ab und auf den Nebenstrassen Richtun Albi. Ich gelange kaum noch durch besiedeltes Gebiet. So grob folge ich dem Fluss Tarn. Ich halte kurz bei Le Port de la Besse, wo eine Brücke über die Besse führt. Albi umfahre ich und gelange nach Rieuperoux. Dort halte ich beim Intermarché, tanke nach und kaufe etwas für das Mittagessen. In Pont Neuf halte ich kurz, finde aber keinen Platz für das Mittagessen. Kurz vor Belcastel halte ich beim Site du Lourdou und esse dort beim Marienschrein zu Mittag. In Belcastel halte ich an und stelle den Töff ab. Dann laufe ich zur rund 1000 Jahre alten Burg, die vom bekannten Architekten Fernand Pouillon restauriert wurde. Ich besuche die Burg, die jetzt einer amerikanischen Kunsthändlerin gehört und dementsprechend mit Exponaten ihrer Klienten ausgestattet wurde. Im Moment sind dies Enis Augé und Pierre Matter. Besucht werden können die untere Kapelle aus dem 9. Jahrhundert, teilweise in den Fels gehauen, das Ritterzimmer, das Arsenal (ohne Waffen), der Ruinenhof (nicht restaurierter Teil), das Gefängnis, die Hauptgallerie, die Turmsuite, die Herrenkapelle, das blaue Zimmer (ehemaliges Herrenschlafzimmer), der grosse Saal, der Haupthof und der obere Garten. Ueber einen anderen Weg laufe ich zurück zum Motorrad und fahre weiter. Wie bereits vorher sind es schmale, kurvige Strässchen, den Berg hinauf und den Berg hinunter. Ich komme an der „Barrage hydroélectrique EDF de Cambeyrac“ vorbei, einem Staudamm mit Kraftwerk. Punkt 17 Uhr komme ich in Pailherols an, muss die Gite de Pailherols aber suchen, weil sie keine Adresse hat. Schliesslich erkennt eine Serviertochter eines nahegelegenen Restaurants das Gebäude auf dem Bild und schickt mich dorthin. Ich checke ein. Das Internet ist lausig, es gibt nur einen Sender im unteren Büro, der nicht nach oben mag. Der Himmel bedeckt sich. Es ist aber immer noch sehr heiss. Vis-a-vis meiner Bleibe gibt es ein Kunstwerk von Camille Henrot, Ma Montagne, das die Gegenstände eines Berglers symbolisieren soll. Pailherols stellt sich als Wintersportort für Langlauf heraus, der mehrere Gites hat. Eine niedrige Steinkirche, die Eglise Notre Dame de l'Assomption (1527), ist offen und kann besichtigt werden. Drinnen hat es ein wundertätiges Marienbild, das allerdings bis jetzt kaum Pilger anziehen konnte. Ich komme endlich dazu, in der Küche der Herberge eine meiner weitgereisten Büchsen zu öffnen, denn der nächste Supermarkt ist weit weg. Der Himmel bedeckt sich weiter. Es donnert ununterbrochen.

Intermarché, Rieuperoux, France

Pont Neuf, France

Site du Lourdou, France

Chateau de Belcastel, Aveyron, France

The Blue Room, Chateau de Belcastel, Aveyron, France

The Great Hall, Chateau de Belcastel, Aveyron, France

Barrage hydroélectrique EDF de Cambeyrac, France

Eglise Notre Dame de l'Assomption (1527), Pailherols, France

Eglise Notre Dame de l'Assomption (1527), Pailherols, France