Heute ist mein Ruhetag. Ich lese lange, höre Podcasts. Nach 10 Uhr laufe ich zum Dorf Barbotan. Schon auf dem Weg sehe ich, dass viele der Ferienappartements dem Verfall preisgegeben sind. Ich besuche den Parc Adrien Barthélémy, der offenbar seit Jahren nicht mehr gepflegt wird. In einem Teich ist der Lotos hochgestengelt. Die Wehrkirche St. Pierre ist wie schon die vorhergegangenen Wehrkirchen schmucklos, dafür aber mit einem stämmigen Turm versehen. Die Thermes scheinen kaum mehr Gäste zu haben, niemand läuft hinein und niemand kommt heraus. Im Dorf sind viele Läden mit „zu mieten“ oder „zu verkaufen“ angeschrieben. Ein Hotel ist mit Kletterpflanzen überwachsen und eine Tür wurde von den Nachtbuben aufgebrochen. Auf der Touristeninformation erfahre ich, dass Barbotan früher ein sehr lebendiger Kurort war, jetzt jedoch das Geschäft eingebrochen ist. Schade. Daran kann auch das Casino nichts ändern, oder dass das Dorf sich als „Ville d’Acceuil des Véhicules d’Epoque“ gibt. Ich laufe noch zum Lac de l’Uby, an dem es mehrere grosse Campingplätze hat, doch scheinen auch diese den wirtschaftlichen Niedergang des Dorfes nicht verhindern zu können. Ueber eine Strasse, die von grossen Anwesen gesäumt ist, aber auch von Reben, die wild und unbehindert in jede Richtung wachsen, laufe ich zurück zu meiner Unterkunft. Mittag- und Abendessen aus meinen gestern eingekauften Vorräten. Ich schaffe es nicht, den „Zauberberg“ fertig zu lesen.











