Ich stehe früh auf – der Wecker eines anderen Bewohners hat wieder einmal um fünf Uhr früh geläutet und er hat ihn nicht abgestellt, so dass er durchgeläutet hat bis sechs Uhr. Nach dem Frühstück mache ich Buchungen. Das ist wahnsinnig schwierig, da das Internet ständig wieder zusammenbricht. Als ich eine Buchung fertig habe, merke ich, dass beim Zusammenbruch wieder die Daten der vorherigen Buchung eingesetzt worden sind – leider habe ich es bei der Bestätigung nicht gemerkt. Ich muss die Buchung stornieren – glücklicherweise geht das noch – und das ganze Prozedere wiederholen, nur dass jetzt dieses Hostel gar nicht mehr verfügbar ist. Telefonisch buche ich die Fähre nach Orkney Islands. Jetzt bin ich bis Loch Ness durchgebucht. Ich werde versuchen, das extrem teure Schottland recht kurz zu halten, damit ich am Schluss noch etwas Zeit in Südengland und Kontinentaleuropa habe. Packen ist schwierig, da man wegen der noch schlafenden das Licht nicht anmachen soll. Um zehn Uhr fahre ich ab. Es geht über Schnellstrassen, zeitweise sogar Autobahnen. Mit Google Maps ist das Navigieren fast unmöglich, weil es mir nur die generelle Richtung, nicht aber die Fahrspur oder sonstige Details angibt. In Towcester halte ich bei einem Tesco und kaufe mir einen Meal Deal, einmal mehr sehr gut, ohne Kohlenhydrate und preiswert. Die englischen Schnellstrassen sind mir ein Gräuel, es wird dermassen gerast und man kann nichts sehen, es ist genauso wie autobahnfahren. Um 15:30 Uhr komme ich in meiner Unterkunft in Nottingham an. Ich richte mich ein und fahre mit dem Scooter gleich wieder ins sieben Kilometer entfernte Stadtzentrum. Die Burg hat leider bereits geschlossen. Es scheint auf dem Old Market Square eine Art Chilbi zu geben, und zwar offenbar wegen einer LGBTQ-Parade, die entweder schon stattgefunden hat oder noch stattfinden wird. Auf jeden Fall laufen ein paar komische Gestalten herum. Der Himmel ist mit dunklen Regenwolken bedeckt und ich habe kein Regenzeug dabei, so fahre ich bald wieder zurück. Auf dem Weg kaufe ich mir im Lidl noch ein Nachtessen, das ich in der schönen Küche meiner Unterkunft zubereite und verzehre. Mein Zimmernachbar schreit seit fünf Stunden pausenlos auf Swahili ins Telefon, sein Gegenüber kommt gar nicht zu Wort, ich hoffe, dass er irgendwann mal auch Feierabend macht.








