Die Nacht war ruhig und angenehm. Um halb neun Uhr laufe ich los zur rund drei Kilometer entfernten „Cité des Trains“, dem grossen Eisenbahnmuseum. Als ich ankomme, ist schon offen. In der ersten Halle ist ganz dunkel, die Wände schwarz gestrichen, die Lokomotiven mit farbigen Spots angeleuchtet. Die erste ist die Micheline, der Triebwagen mit den Pneurädern. Eine Lokomotive liegt, um den ersten Weltkrieg darzustellen, auf der Seite. Lustig ist die Episode dargestellt, wo der französische Präsident Paul Deschanel im Jahre 1920, schon ein wenig senil, aus dem Fenster seines Präsidialzuges gestürzt ist und niemand es bemerkt hat. Er musste im Pyjama zu einem Bahnwärterhäuschen laufen, wo man ihm erst gar nicht geglaubt hat. Draussen hat es einige Personenwagen aus verschiedenen Epochen und ein TGV 325 (1988). Mit der kleinen, batteriegetriebenen Bahn, eigentlich für die Kinder, darf ich für eine Runde mitfahren. In der zweiten Halle geht es chronologisch zu, von den ältesten bis zu den neuesten Lokomotiven, aber ich absolviere sie im entgegengesetzten Sinn. Es hat die berühmte Autorail Rapide Bugatti ZZY24408 (1934), eine Elok SNCF 2D2 5525 mit Buchli-Traktion, mehrere Loks mit Sulzer-Motoren, die formschöne Dampflok Coupe-Vent 220-C145 (1900). Die Schnellzugslok 211 No. 701 (1885) hatte bereits imposante Fahrleistungen. Man kann mitverfolgen, welch schnelle Entwicklung die Lokomotiven im 19. Jahrhundert durchgemacht haben. In einer weiteren Halle sind die Nachkriegslokomotiven ausgestellt, erst die kanadischen Dampflokomotive Mikado-141R1187 (1945), dann auch Diesel- und Elektrolokomotiven. Auch die hässliche aber weitverbreitete Elok CC14018 (1956). Schliesslich die Eloks „mit der gebrochenen Nase“, wie die Elok CC6572 (1975) und die TGV. Mittagessen im Museumsrestaurant. Es hat eine grosse Modelleisenbahnanlage, sehr schön detailliert gemacht und viele H0-Züge mit Beschreibungen der Lokomotiven. Nun laufe ich noch zum Lidl, um das Nachtessen einzukaufen und dann nochmals in die Altstadt, um diese noch einmal zu besichtigen. Dann laufe ich zurück zum Hostel, insgesamt bin ich heute rund 10km gelaufen, ohne das weitläufige Museum zu rechnen.

























