Das Wetter ist auch heute schön, die Sonne scheint. Ich laufe in die Stadt. Mein erster Besuch gilt der Festung Skansen Kronan, einem Wehrturm auf einem Hügel. Danach ins noch menschenleere Haga-Quartier, durch endlose Baustellen – es gibt kaum einen Ort ohne – vorbei an der Tyska Kyrkan, zum Gustav-Adolfs-Platz. In Lilla Bommen liegt ein grosses Segelschiff (heute ein Hotel) vor Anker, sowie viele kleinere Schiffe, auch drei Hausboote. Daneben ist die Oper, die einen verspielten Eindruck erweckt. Das Maritiman Schifffahrtsmuseum hat vor allem Kriegsschiffe, welche mich weniger interessieren. Ein Schiff hat keine Aufbauten, es ist der Monitor Sölve (1875), ein Schwesterschiff der USS Monitor, das im American Civil War eingesetzt wurde. Weiter unten liegt noch das Dampfschiff Marieholm vor Anker. Heute wird es als Restaurant benutzt. Jetzt möchte ich die World of Volvo besuchen. Auf Google maps suche ich mir das Tram heraus und kaufe zwei Trambillette. Doch es kommt kein Tram Nr 2. Schliesslich frage ich im Laden nach und es wird mir beschieden, es fahre hier in die andere Richtung. Ich besteige dieses, doch es fährt tatsächlich nicht zu meinem Ziel. Ein Japaner, der hier lebt, hilft mir und erklärt mir, welches Tram ich von wo nehmen muss. Mit viel Verspätung erreiche ich die World of Volvo. Das Museum beginnt mit psychologischen Voraussetzungen für die Automobilsicherheit, welche mich herzlich wenig interessieren. Danach werden die Renn- und Rallyeerfolge von Volvo thematisiert. So hat es hier den Volvo PV544, mit denen die Gebrüder Singh die East African Safari Rallye gewonnen haben und den Volvo C303, der die Rallye Paris-Dakar gewann. Die Ausstellung der historischen Fahrzeuge beginnt mit dem Volvo ÖV4 (1927-29), dem sechszylinder PV654. Es hat eine Amazon, einen PV444, einen PV445 Kombiwagen, einen 145 einen Volvo Sport 1800S mit fünf Millionen (!!!) Kilometer auf dem Tacho, diverse Lastwagen, einen Traktor, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge, einen Volvo Sport von 1956 mit Fiberglaskarosserie, einen Schiffsantrieb, der zieht statt stösst (Volvo Penta IPS Drive). Auch der DAF 66 darf nicht fehlen. Das ganze grosse, kugelförmige Gebäude ist aus Holz gebaut! Im Restaurant erhalte ich für einen fairen Preis ein hervorragendes Mittagessen. Mit dem Tram fahre ich zurück. Ich besuche nochmals den Trädgardsföreningen, wo jetzt die Gewächshäuser geöffnet sind. Schön ist das Tropenhaus. Dann laufe ich zum Kunstmuseum und zum geschlossenen Liseberg Vergnügungspark, vergleichbar mit dem Tivoli in Kopenhagen. Gegenüber liegen die Gothia Towers, ein riesiger Büro- und Messekomplex. Von hier aus laufe ich Åvägen Richtung Stadion, komme an schönen Backsteinfabriken vorbei, mit weiss bemalten Fenstern, und gelange zur Remfabriken, wo früher Transmissionsriemen hergestellt wurden. Ich entschliesse mich, diese zu besuchen. Sämtliche Maschinen sind noch erhalten. Sie wurden samt und sonders von Robert Hall & Son Bury Ltd., in Bury, England, hergestellt. Immer noch funktionsfähig sind z.B. eine kleine Webmaschine, auf der Tuch gewebt wird oder eine Webmaschine für ca. zwei Zentimeter dicke Bänder, sowie Maschinen für Kordeln und Schnüre. In der Garage stehen ein Chevrolet Lastwagen von 1937 und ein Mercedes W110. Quer durch die Stadt laufe ich nach Haga, ein lebhaftes Viertel mit vielen Strassencafés, das offenbar vor allem für seine riesigen Zimtschnecken – Durchmesser zirka 30cm – bekannt ist. Von hier aus ist es nicht mehr weit zurück zum Hostel. Abend nehme ich ein Glyclazid und esse dann vier kleine Zimtschnecken. Herrlich!





























