Der Morgen in Sjølund sieht übel aus. Der Himmel ist mit Regenwolken bedeckt, es ist düster und gerade mal 12 Grad warm. Mir geht es nicht so gut, ich habe Durchfall und Uebelkeit. Als ich auf dem Töff sitze, geht es etwas besser. Ständig droht Regen. Die Navigation ist herausfordernd, da ich ja keine Stromversorgung mehr habe und so das Navi nur bei Abzweigungen kurz einschalten kann. Mein Benzinvorrat reicht gerade noch bis nach Deutschland. In Harrislee bei Flensburg tanke ich nach, etwas günstiger als im teuren Dänemark. In Rendsburg besuche ich die berühmte Hochbrücke (1911-13). Leider, leider ist die Schwebefähre ausser Betrieb. Ich wäre gerne damit über den Nord-Ostsee-Kanal gefahren. Stattdessen muss ich mit dem Tunnel unten durchfahren. In einem Wald halte ich und esse mein Mittagessen – Hering in Rahmsauce. Danach geht es mir etwas besser. Ich halte zügig Richtung Hamburg. Eigentlich wollte ich in Lüneburg übernachten, aber die Unterkünfte dort sind unbezahlbar teuer. Und Hamburg ist exakt in der Mitte zwischen Sjølund und Einbeck. In Remmelt muss ich nachtanken. Ich muss mich durch die Staus in Hamburg durchmogeln, denn ich muss die ganze Stadt durchqueren, um nach Hamburg-Bergedorf, rund 18 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums, zu gelangen. Dort habe ich in der Bettenburg gebucht. Ich erwarte wenig, denn die Unterkunft war extrem preiswert, doch als ich ankomme, werde ich extrem überrascht. Es handelt sich um ein ehemaliges Nobelhotel, das jetzt mangels Renovation einige Zimmer als Hostel anbietet. Ich kann sogar ein Einzelzimmer belegen, weil ich der erste im Hostelbereich bin. Dazu gratis Parkplatz in der Tiefgarage und gratis Frühstück! Im Penny-Markt gleich nebenan gehe ich einkaufen, doch ich brauche noch etwas Medizin, um die sich ankündende Grippe abzuwenden. So laufe ich rund zwei Kilometer ins Zentrum von Bergedorf, wo es viele Läden hat, auch einen DM-Drogeriemarkt, wo ich meine Sachen kriege. Und weil ich noch Zeit habe, lasse ich meine Haare schneiden. Heute abend esse ich nur Haferflocken mit Milch, damit meine ramponierte Verdauung nicht noch schlimmer wird.





