Ohne Frühstück fahre ich um 07:30 Uhr in Montpellier ab. Die Fahrt durch die noch schlafende Stadt geht zügig. Ich halte bei den – offenbar nicht mehr benutzbaren – Schleusen des Canal du Midi. Es ist kühl, so dass ich die Motorradjacke wieder anziehe. In Colombiers kaufe ich im „Super U“ Vollkornbrot und Milch für das Frühstück. Die Fahrt geht sehr zügig. Das Navi muss ich kaum benützen, ich folge den Schildern Beziers und dann Narbonne. In Fitou muss ich anhalten und einen Kaffee trinken, mir fallen fast die Augen zu. In Perpignan möchte ich etwas zu Mittag essen, finde aber kein Restaurant entlang der Route und kaufe dann im Supermarkt etwas Kleines und viel Wasser. Es geht zügig die Ausläufer der Pyrenäen hinauf nach Le Perthus, wo die Grenze ist. Nach der Grenze halte ich kurz an und will meinem Hostel telefonieren und die Motorradjacke im Gepäck verstauen. Eine Prostituierte, die dort im Bikini steht, bietet ihre Dienste lautstark an, was ich ignoriere. La Jonquera ist eine einzige Abfolge von Tankstellen und Supermärkten. Um 14 Uhr komme ich in Girona an, das ich noch durchqueren muss, um zu meinem Hostel „Can Cocollona“ zu kommen. Dort checke ich ein und laufe gleich wieder ins historische Stadtzentrum, das rund 1.3 Km entfernt ist. Die Häuser am Rio Onyar glänzen im hellen Sonnenlicht, es ist eine Freude. Ueber eine Brücke erreiche ich die Altstadt, laufe durch das ehemalige Judenviertel und gelange zur Kathedrale, die ich besuche. Innen ist es wunderbar kühl und sehr dunkel. Ein riesiges Chorgestühl mit Orgel steht wie eine Wand zwischen Eingang und Altar. Es hat unzählige Seitenkapellen, die je einem Heiligen gewidmet sind. In einer davon steht ein grosser, goldener Vogel. Weiter hat es ein kleines, aber sehr gut eingerichtetes Museum, dessen Prachtstück ein Wandteppich der Schöpfung ist. Mein zweiter Besuch gilt der Basilica de San Feliu, deren Schiff auf einer Seite mit zwei riesigen Kapellen gesäumt ist. Seitlich des Altars wurden die Seitenpaneele von vier christlichen Sarkophagen aus römischer Zeit eingemauert. Bei der Touristeninformation hole ich mir einen Stadtplan und finde damit den Eingang zur Stadtmauer, die ich fast vollständig ablaufe. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht über die Stadt. Entlang der Stadtmauer besuche ich noch den „jardins dels alemanys“ und den „jardins dels francescos“. Ich laufe durch das ehemalige Judenviertel – es hat hier noch einige jüdische Einrichtungen, wie ein jüdisches Zentrum, einen jüdischen Buchladen und ein jüdisches Museum. Ich gelange zur Plaça de la Independencia, laufe aber nochmals zurück zum Judenviertel und gelange zu den Baños Arabes, dem ehemaligen Hamam, das ich ebenfalls besuche. Es ist stark ruiniert und nur noch das Apodyterium ist gut erhalten. Vorbei an der eindrucksvollen Basilica de San Feliu gelange ich wieder ans andere Ufer des Onyar Flusses und kehre ins Hostel zurück, wo ich mir zum erstemal auf dieser Reise ein Diabetes-kompatibles Nachtessen kochen kann. Das Hostel ist toll, ich fühle mich sehr wohl hier.



















