Am Morgen eine böse Ueberraschung: Ein Auto hat meinen Scooter heftig gerammt und der Helm ist eigentlich kaputt und die Abdeckung hat auch einen Schaden davongetragen. Ohne den Helm wäre es wohl ein Totalschaden geworden. Ich schiebe den Scooter zum Casa Caracol Hostel, lade mein Gepäck auf, esse noch rasch ein Frühstück und fahre ab, Richtung Jerez de la Frontera. Auf den ersten 10 Kilometer versucht das Navi noch tapfer, auf Landstrassen zu navigieren, dann aber weist es mich wieder auf die Autobahn. Um 10 Uhr komme ich in Jerez de la Frontera an und finde das Nuevo Hotel sofort. Es ist unmittelbar beim Stadtzentrum. Ich gebe mein Gepäck in die Aufbewahrung und parkiere das Motorrad ausserhalb der blauen Zone. Ich laufe zur Plaza del Arenal, besuche die Kunstausstellung „Cinco Miradas Paralelas“. Die Bilder von Rafael Gonzales Zapatero gefallen mir gut, sie sind etwas im Stil des Jugendstils gemalt, detailliert und sehr klar. Dann erkunde ich den Alcazar von Jerez. Es hat einen schönen Garten mit typisch arabischen Wasserspielen, eine ehemalige Brunnenanlage, eine Zisterne, den achteckigen Turm, Teile der ehemaligen Stadtmauer, eine Moschee, eine Oelpresse, das Hauptgebäude mit schönen, aber leeren Sälen sowie einer historischen Apotheke aus dem Spital von Jerez. Die Camera Obscura ist ausser Betrieb. Ich besuche noch die Iglesia San Dionisio, die einen hohen, golden glitzernden Altar hat. Für das Mittagessen gehe ich zum Mercado Central und erhalte für wenig Geld eine grosse Portion Linsen sowie etwas Hühnchen dazu. Mein nächster Besuch gilt der Sherry-Kellnerei Gonzales-Byass/Tio Pepe. Erst fahren wir mit dem Touristenbähnchen durch die riesige Anlage, dann werden wir durch die Lagerhallen, die voller Sherryfässer sind, geführt. In einer Lagerhalle sind alle Fässer einer bekannten Persönlichkeit gewidmet und meist von ihr auch signiert, so z.B. Winston Churchill oder Steven Spielberg. Auch gibt es eine Halle mit royalen Fässern. An einem Ort gibt es ein Glas Sherry mit einem kleinen Treppchen für die Mäuse, die offenbar regelmässig davon trinken. Am Schluss gibt es noch eine Verkostung, ich kriege Tio Pepe en Rama und Croft Twist. Schliesslich besuche ich noch die Kathedrale, wo man einen Audioguide erhält, der einem recht informativ durch das Gebäude führt. Unter Anderem hat es hier eine napolitanische Weihnachtskrippe. Ich kehre für eine erfrischende Dusche ins Hotel zurück und besuche danach den Palacio del Virrei Laserna. Mein Guide ist ein Nachfahre des Vizekönigs und zeigt mir mit vielen Fotos, die herumstehen, dass seine Familie immer noch dem spanischen Königshaus sehr nahe steht. Ich verstehe sein Englisch aber nicht immer. Der Zustand des Palastes zeigt, dass die Familie nicht mehr so viel Geld hat wie früher. Abendessen bei Goiko.























