Um sechs Uhr stehe ich auf, nach einer erneut schwierigen Nacht, wegen dem Ischias. Dabei ist das Kite Surf Hostel eine tolle Unterkunft, in der es mir gut gefällt. Der Wind bläst immer noch. Ich laufe um 07:30 Uhr rasch zum gegenüberliegenden Hafenterminal und frage, ob die Fähre abfahre. Sie werde fahren, wird mir versichert. Um acht Uhr bin ich an erster Stelle in der Warteschlange, zusammen mit einem französischen Pärchen, das mit dem Ebike von Sète hierher gefahren ist.Ich fahre als erster in die Fähre ein und der Töff wird nach meinen Anweisungen gut und sicher mit Spannset gesichert. Die Ueberfahrt ist viel weniger schlimm, als erwartet. Zwar krängt das Schiff erheblich, insbesondere als wir uns Marokko nähern, doch abgesehen davon ist es angenehm. In Marokko kommen vier Grenzpolizisten an Bord und stempeln unsere Pässe. Danach gehe ich nach unten, schnappe mir meinen Scooter und fahre aus dem Schiff aus. Erstaunlicherweise ist die Einfuhr des Scooters überhaupt kein Problem, es geht nur ein paar Minuten. Dann fahre ich aus dem Hafen aus und zu meiner Unterkunft, dem „Lina Hostel“. Die in booking.com angegebene Adresse stimmt allerdings offensichtlich nicht. Als ich die Nachrichten durchkämme, finde ich eine neue Nachricht vom Hostel mit der korrekten Adresse. Ich fahre dorthin, klingle, aber niemand macht auf. Da gehe ich nochmals nach unten, kopiere die Telefonnummer aus dem WhatsApp vom Hostel und rufe dort an. Kurze Zeit später kommt Abdu hinunter, weist mich in meinen Parkplatz ein und hilft mir, das Gepäck nach oben zu tragen. Ich machen den Check-in, da ich vergessen habe, ein unteres Bett zu buchen, kann ich auf der Couch im Wohnzimmer schlafen. Wir plaudern noch ein wenig, dann laufe ich in die Medina, wo ich kreuz und quer durchlaufe. In einem kleinen Restaurant esse ich Tajine. Allerdings sollte ich später merken, dass das eher ein Tourist Scam war. Eine Sprachnachricht von Ahmed, die ich erst jetzt abhören kann, meldet mir, dass ich den Scooter gut sichern muss, ansonsten er gestohlen werde. So eile ich zurück zum Hostel und sichere den Scooter noch mit der schweren Kette. Wegen meiner diversen gesundheitlichen Probleme kann ich nämlich nicht mehr auf ein oberes Kajütenbett klettern, und schon gar nicht, wenn ich wegen dem Ischias ständig aufstehen muss. Ich ruhe mich im Hostel etwas aus, höre Musik, die mein Gastgeber aus Youtube abspielt, dann laufe ich nochmals in die Medina, durchkämme die noch nicht erkundeten Teile, auch den Lebensmittel-Souk, wobei dessen hygienische Verhältnisse nicht für jeden Geschmack sind. In einem Café am Souk Dakhel setze ich mich nieder und ruhe mich etwas aus bei einem Glas Wasser. Ich lerne meinen Nachbarn, einen Saudiaraber kennen und wir plaudern sehr lange. Danach suche ich das Restaurant auf, das ich heute morgen auf dem Heimweg gesehen habe und bestelle nochmals eine Tajine. Diesmal erhalte ich eine riesengrosse, hervorragend zubereitete Tajine für weniger als die Hälfte des Geldes. Auf dem Rückweg komme ich an einer riesigen Neobarocken Liegenschaft vorbei, die völlig verlassen ist. Der Ischias ereilt mich wieder heftiger, so dass ich den Rückweg nur mit Mühe schaffe.

















