16.06.2026 Chefchaouen-Fes

Ich mache mir mein Frühstück und verlasse das originelle Dar Antonio. Dann geht es auf Landstrassen Richtung Fes. Erst geht es durch Berge, dann immer mehr offene, flache Landschaft. Um 10 Uhr mache ich eine Pause, bestelle einen Tee und eine Omelette – ein Fehler, denn der Tee war gesüsst und die Omelette aus Weizenmehl. Ich fahre bis zum Mittag weiter. In einer Apotheke kaufe ich Diclofenac und im Restaurant nebenan frage ich nach Tajine und der Kellner bejaht und meint, sie werde 30 Dirhams kosten. Ich bin dann total enttäuscht, als ich stattdessen nur zwei Spiegeleier kriege und trotzdem 30 Dirhams zahlen muss. Um einen Streit zu vermeiden zahle ich, lasse den Rest stehen und fahre weiter. Eine Wespe fliegt mir in den Helm und sticht mich in die Schläfe. Das tut höllisch weh und der Schmerz bleibt. Kurz danach fliegt wieder eine Wespe in den Helm, ich kann sie wegschieben, dafür sticht sie mich in den Finger. In Fes bringt mich Google Maps an einen völlig falschen Ort. Ein junger Mann spricht mich an und meint, er wisse genau, wo mein Hostel sei, es sei am anderen Ende von Fes. Er steigt hinten auf den Töff und wir fahren ans andere Ende. Wie wir durchs Tor fahren, winkt mich die Polizei heraus und ich muss den Fahrzeugausweis zeigen. Sobald er aber sieht, dass ich tatsächlich einen habe, winkt er mich weiter. Der Junge lotst mich auf einen enorm teuren bewachten Parkplatz, doch als ich auf Google Maps die Position anschaue, sehe ich, dass ich jetzt am falschen Ende von Fes bin. Ich drücke dem jungen Mann 10 Dirham in die Hand und entlasse ihn, da er ganz offensichtlich keinen Schimmer hat, wo sich das Hostel befindet. Mit einem weiteren Effort von Google Maps finde ich immerhin die Place Rcif. Von dort telefoniere ich dem Hostel und bitte, mich abzuholen, da Google die Adresse nicht finden kann. Nach langem Warten kommt jemand. Ich muss den Töff noch einmal verstellen, näher an den Wachmann heran. Dieser nennt mir einen absurd hohen Preis, 100 Dirham für zwei Tage, den ich aber immerhin noch auf die Hälfte herunterhandeln kann, immer noch viel zu viel. Dann hastet mir mein Guide voraus und ich mit meinen drei ultraschweren Taschen hintennach. Schweissgebadet komme ich im Hostel an, muss das Gepäck noch durch eine ganz enge Treppe in den ersten Stock zerren. Alleine hätte ich das Hostel nie gefunden, es ist dermassen schlecht angeschrieben, während andere von der Place Rcif bis zu ihrem Standort Pfeile angebracht haben. Im Hostel muss ich erst mal eine Dusche nehmen. Internet gibt es hier nicht, offenbar ist das Modem kaputtgegangen und eine Reparatur steht (wohl mangels Gästen, denn es scheint, dass ich der einzige bin) nicht in Aussicht. Die gekauften Roamingdaten schmelzen aber nur so dahin, pro Stunde verbraucht mein Handy, ohne dass ich es benutze, 10Mb Daten. Ein Drittel ist so einfach bereits verschwunden. So kann ich nicht darauf zurückgreifen, sondern muss sie für dringendere Fälle behalten. Ich laufe kreuz und quer durch die Medina und lande bei den Gerbereien. Diese sind ungeheuer schmutzig, verpesten den eh schon unglaublich dreckigen Fluss und stinken jämmerlich. In vielen Becken werden die Lederstücke eingelegt. Mein Guide juckt wie ein junges Rehlein über die schmalen Beckenränder, ich jedoch habe Angst, in eines der Becken zu fallen und balanciere sehr vorsichtig darüber. Ueber die Methoden weiss mein Guide gar nichts, aber ich bin mir in etwa im Klaren, wie das Leder verarbeitet wird. In der Färbergasse zeigt mir ein Färber seine Farbpigmente. Auch hier wird die Farbe nach dem Färben einfach in die Gasse gekippt. Schliesslich genehmige ich mir noch eine Harira-Suppe, dann kehre ich in meine lausige und schmutzige Unterkunft zurück. Es ist ja nur für zwei Nächte. Das gute Rating hat er sich offenbar erkauft. Ich schlafe ein wenig. Am Abend gehe ich nochmals zur Place Rcif, esse eine mit Merguez gefüllte Pita, kaufe Wasser und Milch und laufe durch die jetzt beleuchteten Gänge der Medina.