Ich schlafe bis acht Uhr, der Ischias hat mich diese Nacht in Ruhe gelassen, vielleicht wegen der Diclofenac-Salbe. Dann mache ich mein Frühstück aus Haferflocken und Milch und laufe zur Place Rcif, wo ich eine Suppe esse und Tee trinke- für fünf Dirhams. Die Suppe riecht widerlich, doch der Geschmack ist in Ordnung. Ich besuche das Musée Najjarine, wo es eigentlich um das Kunsthandwerk und dessen Herstellung geht. Danach laufe ich kreuz und quer durch die Medina, verliere völlig die Orientierung. Ich komme durch das Messerschleiferviertel, das Schuhmacherviertel, wo Sandalen und Schuhe in kleinen Manufakturen hergestellt werden, das Automechanikerviertel und das Schreinerviertel. Ich wähne mich auf dem Weg zur Place Rcif, als ich mich davon wegbewege. In einem Internetcafé darf ich gratis das Wifi benutzen. Mit Hilfe des Navis, das auch ohne Internet durchaus brauchbar funktioniert, finde ich den Weg zurück. Dort esse ich in einem Restaurant Tajine mit einem grossen Brocken Hühnerfleisch, trinke eine grosse Flasche Wasser und darf sogar das Wifi benutzen. Danach stürze ich mich wieder in die Souks, ende am Bab Al-Mahrouq und kehre dort wieder um. Die Moscheen, an denen ich vorbei komme, darf man hier nur als Muslim betreten. In einem Laden kaufe ich kleine Mitbringsel. Ich halte Richung Tanneries und gelange so wieder zum völlig verdreckten Flüsschen Oued Bou Khrareb, von wo aus ich den Weg zum Hostel gut kenne. Nach sieben Uhr abends gehe ich nochmals in den Souk, esse eine Harira-Suppe – heute besonders reichhaltig – finde aber das Café, in dem ich Internet-Zugriff hatte, geschlossen. Auf einen nächtlichen Rundgang muss ich verzichten, da der Ischias jetzt gerade Ruhe gibt und ich nicht riskieren will, dass es wieder anfängt.




















