19.06.2026 Meknes

Gestern Abend erst ein Riesenärger, dann ein Riesenschreck: Erst ruft mich der Inhaber der Bruchbude in Fes an und verlangt ultimativ, dass ich meine Bewertung zurückziehe. Er habe eine 10 verlangt und ich hätte mich nicht daran gehalten. Um mit diesem Kerl nicht noch mehr Aerger zu kriegen, sage ich zu, lösche die Bewertung. Trotzdem sendet er mir noch dutzende unflätige WhatsApps. Als ich danach ein Video auf Youtube schauen will, plötzlich ein Knall und das Netzteil des PCs ist kaputt. Ich schalte den PC sofort ab. Am Morgen das Frühstück des Riads, ein Chapati mit Konfitüre, Honig, Käse und ein Glas Tee. Die Konfitüre und den Honig lasse ich natürlich weg. Ich laufe in die Neustadt und frage im erstbesten Elektronikreparaturgeschäft nach Rat. Er habe genau so ein Netzteil, sagt mir der Besitzer. Lange sucht er, kann es aber einfach nicht finden, deshalb schickt er mich für eine halbe Stunde weg. In der Zwischenzeit kaufe ich Medikamente gegen den Ischias – Olfen und Paracetamol. Als ich zurückkomme, hat er zu meinem grössten Erstaunen ein Original-Acer-Netzteil gefunden. Für 230 Dirhams ist es meins. Ich bin total erleichtert. Ich laufe die zwei Kilometer zurück ins Riad, hänge den Computer ans Ladegerät und gehe gleich wieder. Nachdem in der Altstadt der gesamte Souk geschlossen ist, ist es nicht einfach an ein Mittagessen zu kommen, schliesslich finde ich zumindest ein Merguez-Sandwich. Am Nachmittag besuche ich das Musée Dar Jamai, das die Musik und die Musikinstrumente zum Thema hat. Ich erfahre einiges über die marokkanischen Trommeln, Lauten und Geigen und es hat viele Videos, welche die Anwendung zeigen. Der Souk ist heute Freitag völlig verlassen. Ich laufe kreuz und quer durch die Medina, plaudere lange mit Hisham, einem französisch-Marokkaner, dann esse ich in einem belebteren Viertel in einem kleinen Restaurant Couscous, was ja nur am Freitag gekocht wird.