Der nette Gastgeber serviert mir ein feudales Frühstück im „Dar Merzouga“. Dann muss ich losfahren. Das Navi lotst mich durch Meknes. Zirka fünf Kilometer ausserhalb Meknes komme ich an eine Strassengabelung, die ist mit „Moulay Idris“ und „Sidi Kacem“ ausgeschildert. Irgendwie kann etwas nicht stimmen. Ich mache den Massstab auf dem Navi kleiner und stelle fest, dass es mich an irgendeinen zufälligen Ort an der Küste leiten will. Wahrscheinlich habe ich den Zielort beim Abfahren durch eine falsche Berührung unabsichtlich umgestellt. Ich stelle den richtigen Zielort nochmals ein und muss jetzt alles zurückfahren. Es geht in den Atlas hinein, aber viel merkt man nicht vom Gebirge. Es ist etwas hügelig, sehr trocken, gelegentlich mit etwas Olivenbäumen. Erstaunlich ist, wieviele Radarfallen es in diesem Land hat. Hätte ich nicht erwartet. Die N8 ist eine der Hauptverkehrsachsen des Landes und wird ausgebaut. An einer Stelle komme ich an einem Fluss vorbei. Die Ortstafeln sind neuerdings alle mit an die glagolythische Schrift erinnernden Zeichen angeschrieben. Es handelt sich um Tifinagh, mit dieser Schrift wird Tamazigh, die Berbersprache geschrieben. In Khenifra halte ich und esse ein grosses und sehr gutes Mittagessen – weisse Bohnen mit einem halben Huhn. Die 1.5-Liter-Wasserflasche trinke ich gleich aus. Es geht durch Berberdörfer und über die neugebaute Pont Oued Ouaoumana. Beim Oum Er’rabi Stausee (Barrage El-Hansali) halte ich und mache Fotos. Es kommen einige Städte, dann komme ich zu meinem Nachtquartier, dem Hotel Achokre in Oulad Yaich, einem Vorort von Beni Mellal, das rund 14km entfernt ist. Das Zimmer erweist sich als sehr schön, ich bin einmal mehr der einzige Gast im Hotel. Ich erkunde etwas die Ortschaft, die aus zwei Häuserreihen auf jeder Strassenseite besteht, aber eine gute Infrastruktur hat, sogar einen BIM-Supermarkt gibt es. Ich kann für sehr wenig Geld eine Dose Kettenspray erstehen, der meine ist fast fertig. Der rührige Concierge hat mein Töffli mit einer Plane abgedeckt, so dass man gar nicht sieht, dass es eine ausländische Nummer hat. Gute Idee, vielleicht sollte ich die Abdeckung jeweils mitnehmen. Als Nachtessen genehmige ich mir einen „Taco“, wie hier ein Dürüm bezeichnet wird. Er ist sehr schmackhaft und wird mit Pommes serviert. Die Strasse ist sehr laut, ich werde wohl mit Ohrstöpseln schlafen müssen.














