Ein langsamer Morgen in El Jadida, es ist kühl und wolkenbedeckt. Als ich mir Frühstück machen will, platzt mir der Plastiksack mit den Haferflocken und der ganze Inhalt ergiesst sich in meine Sacoche. Eine riesensauerei, die ich beheben muss. Dann in ein Café und Kaffee bestellt. Etwas im Markt herumgelaufen, eine Banane gekauft und verspiesen, im Internet Reservationen bis Merida gemacht, mit Regula und John telefoniert. Daraufhin lade ich den Scooter, verabschiede mich und tuckere los, mit 60 km/h Richtung Casablanca. Ich wähle die Uferstrasse, doch vom Ufer ist wenig, dafür von den Schlaglöchern im Asphalt sehr viel zu sehen. Auch diese Strasse ist im Umbau begriffen, schon bald wird das eine breite Strasse mit perfektem Belag sein. Bis dahin muss ich bisweilen über lange Strecken auf einer holprigen Naturstrasse fahren. In Casablanca, das sich durch monumentale Einkaufszentren ankündigt, muss ich auftanken und die Kette schmieren. Ein Marokkaner spricht mich an, er sei in Bern wohnhaft. Die Fahrt durch den Verkehrsmoloch ist recht anstrengend. Bei der Hassan-II-Moschee halte ich und parkiere den Scooter frech vor der Polizeistation. Dann muss ich allerdings rund um die riesige Mediathek herumlaufen, um zum Eingang zu kommen. Der Eintritt ist hoch, ich muss noch kurz warten, bis es 15 Uhr ist, dann gehen wir hinein. Erst als ich die Moschee betrete, merke ich, dass mein Navigationshandy fehlt. Ich suche alle Taschen ab, aber ich habe es auf dem Motorrad stecken lassen. Der Guide beruhigt mich, es werde hier wenig gestohlen und schon gar nicht auf heiligem Grund. Ich bin aber nun auf glühenden Kohlen. Die Moschee ist absolut riesig – sie fasst 20‘000 Personen unten und je 2‘500 Frauen auf den beiden Balkonen. Das Dach ist aufklappbar. Die ganze Moschee steht auf Betonpfeilern im Meer. Unter dem Gebetsraum gibt es riesige Ablutionsräume für die rituellen Waschungen. Am Ende der Führung ist der Guide so nett, dass er mich herausbegleitet, damit ich nicht nochmals um die Mediathek herumlaufen muss. Er hatte recht gehabt: Niemand hat das Handy gestohlen. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Wie sonst hätte ich die Reise fortsetzen sollen? Ganz rasch fahre ich zum Hotel Al Boustane. Dieses hatte ein schlechtes Rating in Booking.com, doch das Zimmer, das ich kriege ist riesig, hoch und kühl, trotz fehlender Klimaanlage und den Scooter kann ich dort auch gratis parkieren. Ich gehe sofort wieder los, diesmal zurück ins Stadtzentrum, in die Medina. Diese ist relativ klein, aber auch von Gassen und Souks durchzogen. Rund um die Medina vornehme Hochhäuser, Luxushotels und Firmensitze. Der Gegensatz ist dermassen krass, dass man ihn fast nicht verarbeiten kann. Ich laufe zurück zum Hotel, dann gehe ich ein Restaurant suchen. Meine Wahl fällt auf das Restaurant Yazid, aus purem Gwunder wegen dem Yazid, der bei „Hubert ohne Staller“ von Hannes Ringlstetter gespielt wird. Leider ist das Essen so scheusslich, dass ich froh bin, dass es nur eine winzige Portion zum saftigen Preis gibt. Auf dem Rückweg kaufe ich zum Trost bei „Bim“ noch zwei Joghurts.


























