Um sieben Uhr stehe ich auf, packe, esse meine Haferflocken, lese noch etwas und schiebe dann den Scooter aus dem Hostel auf die enge Gasse und belade ihn. Der Souk ist noch leer, deshalb kann ich gut durchfahren. Der Himmel ist mit Wolken bedeckt und es ist kühl, doch unterdessen weiss ich, dass dies überhaupt nichts bedeutet. Es wird nicht regnen. Frech mogle ich mich durch den Morgenverkehr von Rabat. Ich fahre auf der von Google Maps empfohlenen Route. Auch hier immer wieder Baustellen, Umfahrungen über Schotterwege, sogar nur einspurig befahrbare Strecken, wo man etwas warten muss. Eine Biene knallt mir ins Gesicht und sticht mich in die Lippe. So schwellt mir der Mund auf, eigenartigerweise aber nach innen. An einer Stelle kommt ein Mann gestikulierend auf mich zu und sagt etwas, das ich nicht verstehe. Erst als er sich vorstellt und ein paar Brocken französisch spricht merke ich, dass er etwas plaudern will. Irgendwann muss ich aber weiterfahren, denn der Fahrtwind kühlt mich. Die Strasse wird immer schlechter. Der absolute Tiefpunkt ist am Barrage Oued Elmakhazne erreicht, wo die Strasse kaum mehr Belag aufweist. Lange Zeit finde ich kein Restaurant, das Essen parat hat. Doch in Ksar El Kebir komme ich in den grossen Markt hinein, finde zwar nichts auf Anhieb, doch jemand erklärt mir dann, wo ich fündig werde. Von aussen macht das Restaurant nicht viel her, doch es gibt Hühnchen in einer schmackhaften Sauce, mit Pommes. Als ich sehe, dass jemand anders weisse Bohnen kriegt, bestelle ich die auch gleich noch. Sie wurden mit Innereien gekocht, doch das Ganze ist sehr schmackhaft, sogar etwas pikant. Für beides zusammen muss ich gerade einmal 35 Dirham bezahlen, das ist wirklich billig. Mit vollem Bauch kann ich die letzten 80 Kilometer in Angriff nehmen. Je näher ich an Tanger komme, desto besser wird die Strasse und desto mehr Verkehr gibt es. Ich muss mich wieder durchschlängeln, um möglichst immer vorne zu sein, das ist die sicherste Position. Das Hostel finde ich, entgegen meinem Plan, nicht auf Anhieb, sondern fahre daran vorbei und muss dann nochmals umkehren. Ich checke im nun in „Stars Hostel“ umbenannten Hostel ein, laufe aber sofort ins Zentrum, wo ich die Tanja Marina Bay besuche (es findet gerade die Optimist World Championship statt), dann die Medina, wo ich lange im Grand Socco sitze und schliesslich zu meinem Lieblingsrestaurant, wo ich eine Harira esse. Leider wird es morgen geschlossen sein.














