28.06.2026 Tanger-Tarifa (Spanien)

Ein langsamer Morgen. Alle schlafen noch, ich schaue Youtube, da es zu dunkel zum Lesen ist. Abdu macht ein gutes Frühstück, Shakshuka, süsser Tee. Ich laufe in die Stadt, besuche den jüdischen Friedhof, der riesig ist. Die Grabsteine lassen vermuten, dass nach den 1930er Jahren kaum mehr jemand beigesetzt worden ist. Die Gräber entsprechen, mit Ausnahme der Beschriftung, den muslimischen Gräbern. Danach besuche ich das Musée de la Kasbah. Es handelt sich um ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, mit wunderschönen Decken. Die Ausstellung selbst ist eher dürftig, mit wenigen Exponaten. Zu erwähnen sind fünf riesige Tresortruhen, ein römisches Mosaik, ein handgeschriebenes hebräisches Buch sowie eine als „Chanukkiah“ bezeichnete Oellampe. Eine Ausstellung von Zeichnungen von Mohamed Lekleti ist etwas irritierend. Ich laufe wieder Richtung Hostel. Bei einer Agentur von Balearia frage ich nach, ob ich eine frühere Fähre nehmen könne, denn das Hostel hat mir ja die Ankunftszeit zurückgewiesen. Es sei ein Open Ticket wird mir beschieden. Nachdem mein Lieblingslokal „Chez Hassan“ geschlossen ist, gehe ich woanders essen. Für 25 Dirham kriege ich Linsen und Huhn, jetzt bleiben mir noch 14 Dirham, die ich in Milch, Joghurt und Wasser anlege. Ich kehre ins Hostel zurück, packe meine Sachen und verabschiede mich von Abdu und dem Saudiaraber Laoi. Er will noch nach unten kommen und ich habe schon den Motor gestartet, als er doch noch kommt. Wir machen ein paar Fotos und dann muss ich zum Hafen fahren. Das sind nur fünf Minuten Fahrt. Dort ist nichts angeschrieben, ich frage mich durch, komme zur Passkontrolle, dann zur Durchleuchtung (es wird tatsächlich jedes Auto und jeder Töff geröntgt), und schliesslich zum Zoll, der sich merkwürdigerweise nur für das Handschuhfach interessiert. Es gibt noch eine kleine Diskussion, weil sie mir beim Einchecken offenbar die ursprüngliche Abfahrtszeit eingetragen haben. Aber in Marokko sind solche Probleme immer lösbar. Dann kann ich in die Fähre einfahren. Dort schreibe ich den Blog und sortiere die Fotos. Die Ueberfahrt ist ruhig. Als wir ankommen und ich zum Töff heruntergehe, staune ich: Die Fähre ist fast leer. Nur wenige Fahrzeuge wurden verladen, mein Töff war der einzige. Die Einreise ist völlig problemlos. Bei einem Supermarkt in Tarifa kaufe ich Gazpacho und Bananen für das Abendessen. Regula ruft an und wir plaudern, bis ich an die Kasse komme. Im Wild House Hostel, zirka acht Kilometer ausserhalb Tarifas, werde ich herzlich und unkompliziert empfangen. Es gibt sogar zuckerfreien Kuchen für alle.