Früh schon muss ich das schöne Hostel verlassen. Ich verabschiede mich von meinem welschen Zimmerkollegen Matias, dann fahre ich los. Es ist neblig und so kühl, dass ich die Motorradjacke anziehen muss. Nach Medina Sidonia passe ich für einen Moment nicht auf, da gerät mein Vorderrad in eine dieser grässlichen Strassenverwerfungen, d.h. tiefe Furchen längs der Strasse, wo sie abgerutscht ist. Das Töffli schlingert – wohlgemerkt bei 80 km/h – immerhin so stark, dass mein Schuh an der Strasse raffelt, dann kann ich es im letzten Moment noch auffangen. In Jerez de la Frontera muss ich nachtanken, aber ich muss einen riesigen Umweg machen, um an die Tankstelle zu gelangen. Kurz vor Sevilla, in dos Hermanas, erblicke ich einen Decathlon. Ich muss einige Umwege machen, um dorthin zu gelangen. Dort kaufe ich mir Ersatz für die gebrochene Fahrbrille. In Sevilla kann ich den Töff direkt beim Spot Central Hostel parkieren. Ich lade das Gepäck ab, darf in die Küche hochgehen und esse dort mein mitgebrachtes Käsesandwich. Dann kann ich einchecken. Das Hostel ist fantastisch, alles neu und blitzsauber. Ich richte mich ein, laufe dann aber rasch zur Kathedrale, die ich besichtige. Jedesmal überwältigend, wieviel Arbeit, teuerste Materialien und Geld da hineingesteckt wurde. Die aufgehängten Bilder wurden u.A. von Goya, Zurbaran, El Greco und Murillo gemalt. Man könnte einen ganzen Tag drin verbringen. Ich besteige noch die Giralda, ursprünglich das Minarett, jetzt der Kirchturm. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Stadt. Da das Billett noch für die Iglesia del divino Salvador gültig ist, gehe ich noch dorthin. Auch diese Kirche ist bis an die Decke mit reich vergoldeten Altären geschmückt. In der Krypta ist eine interessante Ausstellung über diese Kirche, leider wird heute früher geschlossen, so dass ich gehen muss, bevor ich die Ausstellung zu Ende gesehen habe. Im Dia Supermarkt kaufe ich noch ein, gehe ins Hostel zurück, deponiere die Sachen im Kühlschrank, dann laufe ich zur etwas weiter entfernten Plaza de España. Leider findet dort gerade ein Musikfestival statt, so dass die Sicht auf das prunkvolle Gebäude rund um den Platz verstellt ist. Eine Gruppe Musikanten und eine Tänzerin spielen in den Arkaden. Ich bin gerade wieder gegangen, als mich das Handy warnt, dass die Sitzung des VSD-ASV in 30 Minuten beginnt. In der Hitze muss ich zurückeilen, um im siedenheissen Aufenthaltsraum mich einzuloggen. Glücklicherweise dauert die Sitzung heute nur 1¼ Stunden. Nun muss ich noch rasch etwas essen, dann den Blog schreiben. Heute komme ich spät ins Bett. Glücklicherweise bin ich der einzige Gast, so dass ich niemand störe.






















