30.06.2026 Sevilla

Ich beginne den Tag mit einem grossen Frühstück im Hostel, dann laufe ich zur Plaza de America, komme am Casino vorbei, alles von der Weltausstellung von 1929 her. Auch an der Fabrica Real de Tabacos, die heute einen Teil der Universität beherbergt, komme ich vorbei. Die Ausstellung mit Gipsabgüssen klassischer Statuen ist frei zugänglich. Auch eine Zigarettenmaschine aus dem frühen 20. Jahrhundert ist ausgestellt. Ich komme an einer eigenartigen Demonstration des Reinigungspersonals vorbei, zu lauter Musik schwenken sie ihre Fähnchen. Ich besuche kurz das Kolumbus-Denkmal im Murillo-Garten, dann laufe ich kreuz und quer durch die engen Gässchen des Barrio Santa Cruz. Ich komme zur Giralda, die jetzt in der Morgensonne glänzt. Weiter zur Plaza Santa Marta, zum Hospital de los Venerables, dessen Kirche wieder einmal ganz in Blattgold glänzt und zur Iglesia San Nicolas. Meinen Besuch in der Iglesia del divino Salvador darf ich heute tatsächlich ohne das Eintrittsgeld nochmals zu entrichten vollenden. Mir ging es vor allem um den Film über die Renovation. Ich laufe zur Neustadt, wo die gigantische Konstruktion „Las Setas“ Schatten spendet. Auf einen Besuch der Plattform verzichte ich, das letztemal war ich sehr enttäuscht. So besuche ich die Universitätskirche, wo eine Plastik zwei Apostel, die wie chinesische Kämpfer mit Stangen aufeinander losgehen zeigt. Was das wohl mal darstellte? Ein belegtes Brötli essend, komme ich zur Plaza de Pilatos. Für einen Besuch reicht es nicht mehr, um ein Uhr habe ich einen Besuch im Real Alcazar gebucht. So laufe ich dorthin und muss nicht lange warten, bis ich hinein kann, leider mit ganz vielen Gruppen. Es ist wie an der Olma, Körper reibt sich an Körper. Es beginnt mit dem Patio de Leon, dann die Ausstellung von Keramikplatten. Interessant ist der Patio de los Levies, diese waren eine jüdische Familie und der Patio gehörte ursprünglich gar nicht zum königlichen Palast. Es geht jetzt zum Palast von Don Pedro bzw. dem mudejarischen Palast. Beim Patio de las Muñecas kann ich auch diesmal die Puppenköpfe nicht finden. Der Salon de los Embajadores ist wohl der schönste Saal, reich verziert im mudejarischen Stil. Es kommt der Salon del Techo Carlos V, der Patio de las Doncellas, der Alcoba Real, im gotischen Palast der Salon de los Tapices, mit wunderschönen und weder abgenutzten noch verblichenen Gobelins. Es folgen der Salon de las Bovedas, die Capilla del Palacio, das Kellergeschoss, die Gärten, die Baños de Maria de Padilla sowie die grosse Gartenanlage. Schliesslich besuche ich noch die Sala de Justicia mit dem dahinterliegenden Patio del Yeso. Mein nächster Besuch gilt dem Archivo de las Indias. Viel ist der Oeffentlichkeit nicht zugänglich, lediglich ein paar Räume, deren Gestelle mit Schachteln, die alle gleich angeschrieben sind, vollgestopft sind. Wie findet man ein bestimmtes Dokument, wenn es kein Nummernsystem gibt? Im Hostel ruhe ich zwei Stunden aus und lese, dann laufe ich zur Puente de Triana, für mich wenig eindrücklich, besuche die Ausstellung der Plaza de los Toros. Die Arena wird gerade gewässert, ich vermute, dass heute oder morgen eine Corrida stattfindet. Ueber den Audioguide erfährt man viel Interessantes über den Stierkampf. Schliesslich laufe ich noch zum Torre del Oro, dann kaufe ich mir ein grosses Nachtessen ein, das ich im Hostel zubereite. Es kommt ein zweiter Gast, ein Marokkaner, ins Hostel.