01.07.2026 Sevilla-Merida

Der Marokkaner ist gerade erst aus dem Ausgang zurückgekommen, als ich mich zur Abfahrt bereitmache. Es ist schon wieder heiss. Ich fahre auf Nebenstrassen Richtung Aracena. Ich pressiere, denn um 10 Uhr muss ich dort sein, wenn ich die „Grutas de las Maravillas“ besichtigen will. Um 10 Uhr bin ich tatsächlich dort, muss mich noch zu den Grutas durchfragen. Weil irgendwelche technischen Schwierigkeiten muss ich lange warten, bis ich mein Billett kaufen kann. Leider darf man in den Tropfsteinhöhlen keine Fotos machen. Die Eigenheit dieser Höhlen ist, dass fast alle einen See enthalten, der blau schimmert und dessen Wasser so klar ist, dass man fast meinen könnte, es sei gar keines drin. Viele Stalaktiten sind abgebrochen aber an den Decken hat es Heliktiten, also in alle Richtungen wachsende feine Auswüchse aus Kalk. Teilweise sind die Höhlen sehr hoch, sie reichen fast unter die Burg. Die Temperatur in der Höhle ist 18 Grad, die Luftfeuchtigkeit fast 100%. An einem einzigen Ort dürfen wir Fotos machen. Nach einer Stunde verlassen wir die Höhle. Ich besuche nun das Museo del Jamón, das den spanischen Schinken thematisiert. Die Schweine werden in den Bergen gehalten und das Fleisch teilweise noch handwerklich verarbeitet, wobei auch die industrielle Verarbeitung thematisiert wird. Eine Verkostung gibt es nicht. Ich besuche noch die Burg, ein Einheimischer sagt mir, ich könne bis oben fahren, was ich dann auch mache. Doch die Burg bzw. die Burgkirche wird momentan instandgestellt, und der Rest ist schlecht erhalten. Es hat noch eine Zisterne sowie die Fundamente eines Hauses aus der islamischen Zeit. Schliesslich fahre ich zum Supermarkt und kaufe ein Brötli und ein wenig von diesem Schinken, damit ich diesen auch probiert habe. Es geht weiter durch den Parque Natural. Die Landschaft ist wunderschön, leicht bewaldet mit Olivenbäumen. Hier werden die Schweine keine Eicheln finden. Ich komme am Embalse de Aracena vorbei, an Segura de Leon mit seiner markanten Burg, durch Bodonal de la Sierra, an riesigen Steinen, die in der Landschaft liegen, genau so wie in Matabeleland. Beim Castillo de la Encomienda, kurz vor Medina de las Torres, halte ich kurz, doch das Tor ist verschlossen. Um halb sechs Uhr komme ich in Merida im Hostal Las Abadias an, wieder einmal ein ganz schickes Hotelzimmer mit allen Annehmlichkeiten. Ich laufe in die rund zwei Kilometer entfernte Altstadt, lasse mich im Touristenbüro für morgen beraten und esse bei Burger King an der Plaza de España, das einzige Restaurant das um diese Zeit (20 Uhr) bereits Essen bereit hat. Dann trotte ich zurück zu meiner Bleibe, um das Tagebuch zu schreiben.