Früh verlasse ich Bordeaux. Heute hat sich der Himmel etwas geklärt, es regnet nicht mehr. In Magrigne halte ich kurz bei der Chapelle des Templiers. Sie ist verschlossen, doch man kann hineinsehen. In Saintes fahre ich zu den „Arènes“, das ist ein römisches Amphitheater, von dem noch einiges erhalten ist. Ich besuche noch die L’Eglise Saint-Eutrope de Saintes und das eigenartige Musée Dupuy-Mestreau, ein Kuriositätenkabinett, wie es früher so üblich war, es wurde wild alles gesammelt, von Porzellan über Damenhauben, Kupferstiche, Schiffsmodelle, Kämme, Schnupftabaksdosen, Wirtshausschilder und vieles mehr. Draussen steht noch in der Remise eine völlig verstaubte und verlotterte Kutsche. Mein nächster Stopp ist das Château de la Roche Courbon. Ich komme gerade rechtzeitig für die Führung. Unsere Führerin, Leane, hat die ganze Geschichte des Schlosses auswendig gelernt und stockt nur einmal kurz. Innen erscheint das Schloss gar nicht so riesig, wie von aussen zu vermuten wäre, vielleicht auch wegen der zwei Meter dicken Mauern. Danach besuche ich noch den Schlossgarten und laufe den „Prehistozen“ Pfad ab, er führt zu Höhlen, die von Neandertalern bewohnt waren und zu Nachbildungen von Behausungen späterer Menschen. Die letzten 66 Kilometer nach La Rochelle dauern doch noch über eine Stunde. Ueber eine hirnrissige Navigation führt mich das Navi zum Central Hostel in La Rochelle. Ich checke ein, kaufe im teuren Monoprix Lebensmittel ein – ich muss sofort etwas essen, habe einen Hungerast – und besuche das Stadtzentrum. La Rochelle Ville ist ein Fehleintrag, dort ist überhaupt nichts zu sehen. Immerhin lerne ich so den Parc Charnuyer kennen. Dann laufe ich zur „Grosse Horloge“, den Türmen Saint-Nicolas und Tour de la Chaine. Die ganze Stadt ist im Festmodus, denn heute ist der französische Nationalfeiertag. Ueberall hat es Stände. Ein Popkonzert ist im Gange. Ich laufe zum Tour de la Lanterne, den Canal de Marans de la Rochelle, die Eglise Saint-Sauveur, das Hôtel de Ville. Schliesslich laufe ich todmüde zurück ins Hostel, wo ich noch den Blog schreiben muss.

















