Ich laufe in die Stadt, zum Cours Saint-Pierre, am Château des Ducs de Bretagne vorbei und durch die Altstadt zur Place Royale mit der Fontaine de la Loire. Auf dem Place Felix Fournier steht eine Skulptur, gewissermassen eine Kiste mit Einzelteilen eine Engels drin. Die Eglise Saint-Similien ist wegen eines „Vorfalls“ geschlossen. Ich folge der grünen Linie „Le Voyage à Nantes“ und komme zum Denkmal für die Kriegsgefallenen am Ende von Nymphea/Erdre. Auf der Erdre sind zwei Dampfboote, ganz offensichtlich nicht mehr mit Dampfbetrieb, vertäut. Ich komme zum grossen Weltkriegsdenkmal, folge weiter der grünen Line und gelange in die Nähe der Ile de Nantes. Nun muss ich die grüne Linie verlassen, über die Fussgängerbrücke zur Ile de Nantes laufen und besuche „Les Machines de l’Ile » eine Art Museum mit Maschinen, die etwas im Stil von Jules Verne mechanisch bedient werden, aber immer von einer Vielzahl von Menschen. Erst wird uns die Ameise vorgeführt, dann das Flugzeug, von dem man sehr wenig sieht, denn es ist in einem Käfig. Es wird mit Ventilatoren bewindet und mit Nebel und echtem Schnee aus einer Schneemaschine besprüht. Selbstverständlich wäre es niemals flugfähig. Neben dem Flugzeug steht ein Modell des Projekts „Arbre aux Herons“, eine Art künstliche Platane. Die nächste Maschine ist die „Balz der Vögel“, dann die Spinne, die ihre Beine lang ausstrecken kann, der Kolibri, der in einer Blüte Nektar nippt, das Chamäleon, das eine Fliege schnappt. Schliesslich noch das Faultier, das auf seinem Ast etwas vorgehen kann. Vor der Halle steht ein Karussell mit ähnlichen Maschinen, auf dem die Kinder reiten können. Der riesige Elefant ist gerade in Betrieb; er scheint zu laufen, während er in Wirklichkeit auf Gummireifen läuft, die hydrostatisch angetrieben sind. Aus dem sehr beweglichen Rüssel kann er Wasser spritzen, was die Kinder bei diesem heissen Wetter sehr freut. In einem Gebäude daneben ist die Ausstellung «Histoire de la construction navale à Nantes». Hier gibt es viel Wissenswertes über die Werften und den Schiffbau in Nantes zu sehen. Im Eingang steht die Dampfmaschine der «Le Lechalas», ein 1913 gebautes Dampfboot, das als Dieselboot immer noch existiert. Von dieser Maschine hat es auch ein mit Dampf lauffähiges Modell. Ich will gerade zum Museum Jules Verne laufen, als meine Simkarte völlig ausfällt. Jetzt kriege ich Angst, Sunrise hat das schon mal mit mir gemacht, dass sie mir in den Ferien die Simkarte grundlos abgeschaltet haben und das gab endlosen Aerger. Jetzt, wo man kaum noch eine Website ohne SMS-Code öffnen kann, gibt es noch viel mehr Aerger, ich kann keine Zahlungen mehr machen, keine geschützten Webseiten mehr aufmachen. Da es gerade Mittagszeit ist, sitze ich in den erstbesten Kebabladen und bestelle ein Dürüm, wohl eines der übelsten, die ich je hatte, obwohl mir nicht schlecht davon wurde. Ich renne zurück zum Hostel, überrede den Concierge, mich mit Sunrise telefonieren zu lassen (Sunrise ist ja nicht über WhatsApp erreichbar) und erfahre, dass sie Probleme mit dem Roaming haben, in ganz Europa. Das erleichtert mich wieder etwas, dann ist die Simkarte nicht hinüber. Möglicherweise kann das Problem behoben werden. Ich laufe zum Aldi, kaufe die dringend benötigten Toilettenartikel (kann man in den anderen Läden nur im Multipack kaufen, wenn sie sie überhaupt haben), bringe sie zurück ins Hostel, laufe dann zur Cathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul. Sie wird gerade instandgesetzt, weshalb das Kirchenschiff stark gekürzt ist. Innen ist sie ganz hell und weitgehend schmucklos. Dominant ist das Grabmal von D. Juchault Delamoricière, einem General in Algerien. Die Tombeau des ducs de Bretagne wurde zerlegt, weil sie saniert werden muss, es sind nur die Figuren geblieben. In der Krypta gibt es eine Ausstellung „Vaisseaux“ mit Videos von Anne-Charlotte Finel. Nun laufe ich noch eine ganze Weile der grünen Linie entlang, bis ich wieder zur Ile de Nantes gelange, wo ich umkehre. Ganz Nantes ist eine einzige Trambaustelle, da zwei neue Linien gebaut werden. Ich besuche noch die im Jugendstil/Art Nouveau gehaltene Passage Pommeray und die Place Graslin, auf der eine Skulptursteht aus riesigen Ammoniten aus Sand und Autos, die drin platziert und mit Betonbruchstücken belegt wurden. Auf dem Rückweg besuche ich noch kurz die Eglise Sainte-Croix, deren Wände mit Votivtafeln behängt sind. Das Telefon funktioniert wieder zeitweise, die Hotline sagt, es werde morgen wieder zuverlässig funktionieren. Beim Blogschreiben fressen mich die Stechmücken fast auf.

























