18.07.2026 Caen

Ich habe in dieser schönen Unterkunft prächtig geschlafen. Nun laufe ich in die Stadt, zur Festung. Da ich nicht weiss, wo der Eingang ist, laufe ich erst in eine, dann in die andere Richtung, bis ich einen Eingang finde. Innen ist nicht mehr viel Originales vorhanden. Es gibt noch Fundamente vom Bergfried (Donjon), das Haus des Quästors, das Haus des Gouverneurs, viele moderne Gebäude. In einem Turm ist eine Installation von Vincent Mauger, La Pierre et le Sablier (Der Stein und die Sanduhr), untergebracht. Die Burgkirche St. Georg wird nicht mehr als Kirche genutzt. Dann verlasse ich die Festung und besuche noch die Kirche Saint-Pierre mit ihren fantastischen gotischen Verzierungen der Decke. Ich laufe durch die Altstadt, komme an der Université et Vieux Saint-Saveur, einer ehemaligen Kirche, die jetzt Teil der Universität ist, vorbei. Als nächstes besuche ich die Abbaye-aux-Hommes, die gerade von der Morgensonne angeschienen wird. Die zugehörige Kirche Saint-Etienne ist innen recht schmucklos. Nun muss ich rund zweieinhalb Kilometer zur Hauptattraktion von Caen laufen, dem Mémorial Museum des zweiten Weltkriegs. In der Eingangshalle des sonst weitgehend unterirdischen Museums steht eine Kiste mit einem Willys Jeep, so wie sie in Europa angeliefert wurden und ein Fiat Topolino des Roten Kreuzes. Mit vielen Bildern, Videos und Filmvorführungen wird der zweite Weltkrieg thematisiert. Neu wird auch der Shoah eine ganze Halle gewidmet. Ich esse im Museum zu Mittag und bleibe bis nach vier Uhr. Man hätte noch viel länger bleiben können, so viele Exponate und Videos hat es. Ich laufe zurück zu meiner Unterkunft und kaufe auf dem Weg noch das Nachtessen ein. Es ist erst kurz vor 17 Uhr, so laufe ich nochmals ins Stadtzentrum. Ich besuche nochmals die Abbaye-des-Hommes, diesmal auch die Ausstellung. Es gibt einen Kapitelsaal und auch einen vollständig erhaltenen Kreuzgang, in dem eine eigenartige Tafel hängt, auf der die Aemter der Mönche festgelegt werden können. Im ehemaligen Torhaus hat es eine sehr interessante Ausstellung „Ein Sommer 44“. 1944 wurde Cannes durch allierte Bomben fast vollständig zerstört, um den deutschen Widerstand zu brechen. Die Treppe in die oberen Stockwerke, 1760-1763 in „Stereotomie“ Technik erbaut, war eine technische Meisterleistung. Schliesslich gibt es noch ein Refektorium. Nun will ich noch die Eglise du Vieux Saint-Etienne besichtigen, doch sie ist wegen Umbauarbeiten nicht zugänglich. Ich komme am Gericht vorbei, laufe die Hauptfussgängerzone Rue Saint-Pierre hinunter. Noch einmal besuche ich die Eglise Saint-Pierre mit ihren eindrücklichen Deckenrippen. Endlich kann ich auch ein paar Fotos von den Umfassungsmauern der Festung machen, da ich jetzt die Sonne im Rücken habe. Nach so vielen Kilometern Fussmarsch möchte ich jetzt nur noch in die Unterkunft zurück. Dort wartet wieder ein gutes Nachtessen auf mich: Cottage Pie und Früchte zum Dessert.