Ich plaudere noch lange mit meinem Gastgeber Gail, dann verabschiede ich mich und fahre ab. Ausgangs Caen halte ich beim einzigen so früh schon offenen Supermarkt und kaufe noch etwas ein, was ich gestern vergessen habe. Das Wetter ist kühl, aber sonnig. Alle paar Kilometer kommt wieder ein Kreisverkehr, in dem man die Richtung ändern muss. Auf der Google-Zeitachse sieht es aber nicht ganz so schlimm aus. In Pont l’Eveque halte ich an, da mich die Eglise Saint-Michel mit ihrem komischen Turmabschluss interessiert. Gegenüber ist ein Flohmarkt, den ich mir auch noch anschaue. Mittagessen zwischen Friedhof und Mairie in Bouquelon, das oben auf einem Hügel liegt. Ueber den supermodernen Pont de Brotonne überquere ich die Seine. Um 14:30 komme ich in Belleville-sur-Mer an. Mein Gastgeber ist wiederum sehr freundlich und hilfsbereit, das Zimmer einmal mehr absolut Spitze, sogar eine eigene Küche habe ich. Ich richte mich ein und fahre sofort wieder los. Direkt bei der Burg von Dieppe parke ich den Scooter und besuche das Musée de Dieppe. Offenbar war Dieppe einmal ein Zentrum der Elfenbeinschnitzerei, weil das Material hier von Westafrika her angeliefert wurde. Es werden deshalb kleine und grosse Schiffe, Figuren, Tabakraspeln, Sakralkunst, Kameen, alles aus Elfenbein hergestellt, ausgestellt. Weiter hat es eine Kunstsammlung, zum Teil mit Bezug auf Dieppe. Ein grosses Bild von De Broutelles zeigt den Untergang der „Angers“. Ein Raum ist Georges Braque, der hier eine Zeitlang gelebt hat, gewidmet und erstaunlich viele Werke dieses sehr bekannten Künstlers ausgestellt. Es einige sehr detaillierte Tonfigürchen von Menschen. Ein Raum ist dem Komponisten Camille Saint-Saëns gewidmet, ein anderer Pierre Graillon, einem Elfenbeinschnitzer. Es hat noch einen Kartographieraum, der aber so schlecht ausgeleuchtet ist, dass man den Exponaten wenig abgewinnen kann. Draussen stehen noch ein paar alte Feuerspritzen. Mein nächster Besuch gilt der Eglise Saint-Rémy. Sie ist in einem jämmerlichen Zustand, nur die Chapelle de la Sainte-Vierge scheint einigermassen in Ordnung zu sein. Ein ehemaliges Stadttor bilden die Doppeltürme Les Tourelles. Dem Seefahrer und Reeder Abraham Duquesne wurde ein grosses Denkmal gesetzt. Ich besuche noch die Eglise Saint-Jacques, die ebenfalls im Zerfall begriffen ist. Es wird nicht lange gehen, bis die schönen Kreuzrippen herunterfallen, weshalb Netze darunter gespannt wurden. In beiden Kirchen waren Votivtafeln angebracht. Ich laufe bis zum Quai Henri IV, dann zurück zur Eglise Saint-Remy, hole den Töff, fahre ihn an den Quai Henri IV, parkiere ihn dort und erkunde diesen Teil der Stadt noch etwas mehr. Dann fahre ich, diesmal dem Meeresufer entlang, zurück zu meiner Unterkunft.























