01.08.2026 Orkneys-Wick

Die rumänischen Strassenarbeiter sind auch schon da, als ich in der Küche mein Frühstück mache. Es regnet in Strömen. Als es etwas weniger wird, fahre ich ab. Nach wenigen hundert Metern muss ich aber das Regenzeug anziehen. Der Regen wird immer stärker. Ich besuche den Ring of Brodgar, das ist ein Ring aus flachen Steinplatten. Vom Parkplatz her sind es wohl rund 500 Meter und es regnet in Strömen, meine Schuhe sind im Nu völlig durchnässt, innen und aussen. Zwei Kilometer weiter sind die Standing Stones of Stenness, die ich ebenfalls besuche. Daraufhin fahre ich nach Kirkwall, wo ich den Scooter parkiere und es zu Fuss erkunde. Es gibt eine hübsche, teils noch historische Innenstadt. Die St. Magnus-Kathedrale scheint viel zu gross für dieses kleine Städtchen. Im Inneren fallen die massiven Säulen auf, welche die romanische Architektur stützen. Ich besuche nun den Bischofspalast, d.h. das, was von ihm übriggeblieben ist. Von dem einst prunkvollen Gebäude sind nur noch ein paar Mauern sowie der Turm übriggeblieben. Danach den Earl’s Palace vom berüchtigten Earl Patrick. Auch hier sind nur noch Ruinen vorhanden, immerhin sind die untersten Gewölbe noch intakt. Mein nächster Stopp ist die Scapa Flow Beach. Es hat hier eine kleine Gedenkstätte für die HMS Royal Oak, welche am 14. Oktober 1939 von einem deutschen U-Boot torpediert wurde und 834 Seeleute mit sich in den Tod riss. Die Dämme, welche die Inseln verbinden, werden „Churchill Barriers“ genannt, weil sie gebaut wurden, um den Zugang zum Scapa Flow, dem Haupthafen der britischen Kriegsmarine, zu beschränken, denn die Sperrung mit versenkten „Blockships“ hatte nicht funktioniert. Ueber den ersten Damm erreiche ich die Insel Lamb Holm. Dort steht die „Italian Chapel“, doch ein Besuch ist nicht möglich, weil gerade eine Hochzeit drin stattfindet. Sie wurde von italienischen Kriegsgefangenen aus zwei Wellblechhütten und allerlei Strandgut gebaut. Ueber einen weiteren Damm geht es nach Glimps Holm. Die Ueberreste der „Blockships“ sind noch gut sichtbar. Beim Damm nach Burray sieht man, dass am Schiffswrack der „Reginald“ Hummerkästen angebracht wurden. Ich fahre die ganze Insel Ronaldsay hinunter, bis nach Burwick, das nur aus ein paar Häusern und einem Pier besteht. Immer noch ist das Wetter nicht gut und bisweilen regnet es. Ein Versuch, die Tomb of the Eagles zu besuchen, schlägt fehl, denn der Weg dahin muss zu Fuss zurückgelegt werden und dauert eine halbe Stunde, also hin- und zurück mit Besuch rund eineinhalb Stunden, und so viel Zeit habe ich nicht mehr. Also fahre ich zurück Richtung Stromness. In St. Mary halte ich kurz. Bei der Maeshowe Chambered Cairn halte ich, muss aber leider erneut auf einen Besuch verzichten, denn es gibt diesen nur mit Führung und das wäre um 16 Uhr, wenn ich bereits für die Fähre einchecken muss. Als ich in Stenness nachtanken will, kommt nur noch ein Rinnsal heraus – die Tankstelle ist leer. Ich halte dafür bei der Unstan Chambered Cairn, diese ist frei besuchbar. Leider kommt gerade, als ich hinein will, ein Tourbus angefahren und entlädt eine Gruppe zur Besichtigung. In meinem Regenzeug habe ich es schwer, durch den niedrigen Eingang hineinzurobben. Erst gibt es drinnen ein heilloses Gedränge, dann zieht die Gruppe ab und ich kann ein paar Fotos machen. In Stromness muss ich noch nachtanken, dann fahre ich zum Fährhafen, wo ich gleich in die Fähre hineinfahren muss – mein Timing war perfekt. Mit grosser Erleichterung setze ich mich in die bequemen Sessel und geniesse die Trockenheit und die Wärme.