Das Wetter ist nicht schön, es kann jederzeit regnen. Das Morgenessen muss ich in der völlig leergeräumten Küche des Hostels einnehmen. Ich laufe zur Place du Général de Gaulle. Die Cathédrale Notre Dame de la Treille ist noch nicht offen. Ich umrunde die Citadelle Vauban, hinein kann man leider nicht, sie ist immer noch militärisches Sperrgebiet. Beim Weggehen komme ich am Monument aux Pigeons Voyageurs (Denkmal der Brieftauben, 1936) vorbei. Ich besuche die Ecluse de la Barre (Schleuse des Deule-Kanals). Beim Quay du Wault kommt für eine Minute die Sonne heraus. Ich gelange zum Marechal Foch Monument, dann erreiche ich mein erstes Ziel, das Musée de l’Hospice Comtesse. Eine Sonderausstellung „Trésors de la Laine & de Soie“ zeigt Wandteppich aus der lokalen Produktion. Diese wurde von flämischen Teppichwebern angelegt, welche zur Umgehung hoher Zölle ihre Produktion hierher verlegt hatten. Die Klosterkapelle hat eine mit Wappen bedeckte Decke. Weiter hat es einen etwas verwilderten Kräutergarten. In der permanenten Ausstellung geht es erst ins Refektorium, dann in den Parloir (mit einem Büro der Priorin), in die Apotheke und die Wäscherei. Im oberen Stock sind allerlei Artefakte und Gemälde ausgestellt, unter anderem ein Mikroskop aus der Zeit vor 1750. Mein nächster Besuch gilt der Cathédrale Notre Dame de la Treille. Diese wurde 1856-1999 erbaut und hat gotische und moderne Elemente. Interessant sind die Chapelle Capitulaire de la Commanderie de Flandres, die Chapelle Sainte-Anne und Altarkapelle Chapelle Notre Dame de la Treille, wo die wundertätige Marienstatue (nur ca. 40cm hoch) aus dem 12. Jahrhundert in einen Altar eingebettet ist. Weiter besuche ich den im Jugendstil gebauten Palais de la Bourse (1906), der in einem hervorragenden Zustand ist und innen ein Fresko „La Galerie du Port“ aus den 1930er Jahren hat. Unweit davon liegen das Opernhaus und an der Place Général de Gaulle komme ich an der Vieille Bourse vorbei. Im Palais Rihour decke ich mich mit einem Stadtplan ein und lege den weiteren Ablauf fest, während draussen ein Gewitterregen niederprasselt. Als dieser vorbei ist, laufe ich zur Porte de Paris, dem Hôtel de Ville, dem Hospice Gantois und gelange zur Place de la République, wo ich das Palais Beaux-Arts besuche. Das Kunstmuseum ist mit sehr hochwertigen Gemälden allerersters Qualität, viele davon von lokalen Künstlern, ausgestattet. Es hat einen ganzen Saal mit Gemälden aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und einen Schwerpunkt bei den flämischen Malern, da diese gewissermassen lokal waren. Die Kuratoren haben bei jedem Gemälde einen erklärenden Text beigefügt. Fast alle berühmten Maler sind vertreten, nicht nur flämische und französische, auch spanische und italienische Maler. Von der Judaica (es gibt einige) zu erwähnen ist Alfred Dehodencq, La Mariée Juive (1879). Um fünf Minuten vor sechs Uhr werde ich aus dem Museum herauskomplementiert. Ich hätte noch lange bleiben können. Nachtessen vom Supermarkt, im Aufenthaltsraum der Jugendherberge läuft extrem laute Musik, man kann sich nur schwer konzentrieren.




























