21.08.2026 Lille-Namur (Belgien)

Als ich in Lille abfahre, ist das Wetter zwar bedeckt, doch es regnet nicht. So fahre ich ohne Regenzeug. Schon bald überquere ich die Grenze nach Belgien. Es geht langsam – die belgischen Geschwindigkeitsbeschränkungen sind meist etwas tiefer als in Frankreich – durch das belgische Hinterland. Ich durchquere Tournai, komme durch Ath hindurch (wo ich nachtanke), durch Braine-le-Comte. Bei Ronquieres komme ich an einer gigantischen Schiffshebeanlage vorbei, das ganze Schleusenbecken wird auf Schienen auf das viel höhere Niveau gezogen. Danach Nivelles. Bei Okay in Sombreffe kaufe ich mir einen ebenso teuren wie jämmerlichen Salat zum Mittagessen. Um zwei Uhr komme ich in der Jugendherberge in Namur an, wo ich herzlich empfangen und vorzeitig eingecheckt werde. Ich laufe zurück in die Stadt, erklimme erst die Zitadelle. Dabei komme ich an der goldenen Schildkröte von Jan Fabre, Searching for Utopia (2003), vorbei. Die Besichtigung der unterirdischen Gänge findet leider erst um halb fünf Uhr statt, ich möchte den anstrengenden Anstieg aber nicht noch einmal machen und eineinhalb Stunden möchte ich auch nicht warten. So laufe ich zur Place d’Armes, komme am Beffroi (Turm) vorbei, am Théatre Royal, laufe zum Musée Africain, zur ehemaligen Kirche La Nef (heute Konzertsaal), komme wieder zur Place d’Armes, dann zur Eglise St. Loup (die zwar nicht offen ist, aber man hineinschauen, sie hat eigenartige Säulen wie aus Oelfässern gebaut), zur Kathedrale (die dauerhaft geschlossen ist), und schliesslich zum Museum Les Bateliers, wo ich den kunsthistorischen Teil besuche. Das Museum befindet sich Hôtel Particulier (Stadtpalais), ehemals des Grafen von Groesbeeck und später des Marquis de Croix. Die Zimmer wurden möglichst periodengerecht eingerichtet. Es hat Bilder des namurer Künstmalers Jean-Baptiste Juppin (1675-1729) und des Plastiken des namurer Bildhauers Pierre François Le Roy (1739-1812). Ein Garten „à la Française“ ergänzt es. Interessant der Sekretär in Form eines Kamels, „Jerusalem“ genannt. Im Spar kaufe ich mir ein Nachtessen. Auf der anderen Seite der Meuse laufe ich zurück ins Hostel, wo ich das Gekaufte zubereite. Pech: Das teure Gemüse ist völlig verdorben.