Um fünf Uhr werde ich von einem rücksichtslosen Telefonierer geweckt, der, um seine Zimmerkameraden nicht zu wecken, stattdessen vor meinem Zimmer ins Telefon brüllt. Um sechs Uhr stehe ich auf, mache mir mein Frühstück und belade den Töff. Das Wetter ist fantastisch, die Sonne scheint, doch es ist recht kalt. In Delme halte ich bei der Synagoge, die aber nicht mehr als solche benutzt wird. Ich habe Mühe, eine Tankstelle zu finden, die meisten sind sonntags geschlossen. So findet sich weit und breit keine Tankstelle, so dass ich die üblichen 100 Kilometer zwischen den Tankungen um 40 Kilometer überschreite. In Lorquin finde ich eine Automatentankstelle bei Intermarché. Die Fahrt geht zügig voran, teilweise ist es eine vierspurige Schnellstrasse. Für das Mittagessen finde ich glücklicherweise einen türkischen Supermarkt, der offen hat. Bei Saint-Louis biege ich ab und fahre zum Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzwiller des Rhein-Marne-Kanals. Ich habe Glück: Weil es Sonntag ist, haben sie Hochbetrieb. Viele gemietete Hausboote sowie die Ausflugsschiffe wollen gehoben oder gesenkt werden. Der Höhenunterschied beträgt 44.55 Meter. Der Trog misst 41.50 x 5.50 Meter und ist 3.5 tief. Die eigentliche Hebung/Senkung dauert nur vier Minuten. Das Gefälle beträgt 41%. Da der Trog für die Talfahrt etwas schwere als die Gegengewichte gemacht wird und für die Bergfahrt etwas leichter, sind nur relativ kleine Elektromotoren für den Betrieb notwendig. Nach dem Schiffshebewerk geht es zügig Richtung Strasbourg. Dort komme ich kurz nach 14 Uhr an, kann aber in der Jugi noch nicht einchecken. So laufe ich hinüber ins deutsche Kehl und zurück, danach ist es gerade Zeit für den Check-In. Ich treffe einen Zimmerkameraden, er scheint mir völlig verrückt zu sein. Ich spaziere etwas auf der Rheininsel, auf der Jugi liegt, dann laufe ich nochmals nach Kehl, wo ich mir einen Döner genehmige.















